Süßstoff oder Zucker, was ist besser?

Süßstoff oder Zucker - was ist besser für mich?

SÜßSTOFF ist in aller Munde, sprichwörtlich! So viele Produkte und Getränke sind mit der kalorienfreien Süße versetzt und scheinen den Traum wahr zu machen, Süßes ohne Reue genießen zu können. Aber das ist nur EIN Teil der Geschichte. Ob Süßstoffe wirklich so gut sind, wie die Werbung verspricht oder ob wir doch lieber mit dem „guten alten“ Zucker süßen sollten, das wirst du im heutigen Artikel erfahren.

Es wird immer süßer

Wir Menschen haben eine angeborene Vorliebe für süß. Schon kleine Babies beginnen zu lächeln, wenn man ihnen etwas süße Flüssigkeit auf die Lippen tupft. Entwicklungsgeschichtlich macht das durchaus Sinn. Sind doch die meisten süßen Früchte eine sichere – also ungiftige – Wahl. Gleichzeitig ist SÜSS immer ein Indikator für das Vorhandensein von Kohlenhydraten und Energie, ein cleverer Schachzug der Natur. Bitterer oder saurer Geschmack hingegen können Alarmzeichen sein, dass eine Frucht giftig oder verdorben (vergoren) ist.

Süß ist sicher, während saurer Geschmack ein Alarmzeichen sein kann.
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Solange die Quelle von „süß“ noch natürlich – in Form von Früchten – und jahreszeitlich beschränkt war, war das auch kein Problem für unsere Gesundheit oder den Bauchumfang. Schließlich gab es diese reifen Früchte nur im Spätsommer und Herbst. Sie gaben das Signal für unseren Körper, Fett für den Winter einzulagern, um unsere Chance zum Überleben in der kargen Jahreszeit zu verbessern. Ein sehr erstaunlicher Mechanismus.

Unser Zuckerkonsum

Seitdem hat sich viel verändert. Unser Zuckerkonsum ist von 6,2 kg im Jahr 1874 auf 35 kg im Jahr 2017 gestiegen [1]. Zucker in großen Mengen versteckt sich nicht nur an offensichtlichen Stellen wie Limonade oder Süßigkeiten, sondern viel perfider auch in Ketchup, Fertiggerichten, Backwaren, Fruchtjoghurt, Marmeladen, Pizza und Salatsaucen. Obwohl wir den Zucker dort oftmals nicht schmecken, wirkt er dennoch in Körper und Darm.

Das Bewusstsein für die gesundheitlichen Konsequenzen, die unser übermäßiger Zuckerkonsum verursacht, ist in den letzten Jahren glücklicherweise gestiegen. Ist der viele Zucker in unserem Essen und in den Getränken doch ein Freifahrtschein für Entzündungen, Depressionen, Übergewicht und Diabetes. Letzteres erhöht das Risiko für Alzheimer (für das es im Moment keine Heilung gibt) um (je nach Quelle) 100 bis 400% [2, 3]. Essen wir viel zugesetzten Zucker, haben wir auch das starke Bedürfnis nach Zucker und Heißhunger auf Süßigkeiten. Ein Teufelskreis! Die Intensität dieses Heißhungers kann recht gut mit „Zuckersucht“ beschrieben werden. Welche weiteren Konsequenzen ein hoher Zuckeranteil in unserer Ernährung haben kann, findest du HIER.

Zucker ist der Freifahrtschein zu Übergewicht, Diabetes und auch Alzheimer.
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Kalorienfrei sündigen mit Süßstoff

Süßstoff (Aspartam, Saccarin etc.) scheint in diesem Licht die perfekte Alternative, er hat keine Kalorien und beeinflusst – angeblich – nicht unseren Blutzuckerspiegel. Aber so einfach ist es nicht.

Je nach Quelle können wir völlig gegensätzliche Informationen zum Thema Süßstoff lesen, das scheint verwirrend, hat aber System. 99% der Studien zu Süßstoff zeigen keine Gesundheitsschädigung, wenn sie von der Süßstoffindustrie finanziert werden. 99% der unabhängigen Studien belegen hingegen negative Effekte von Süßstoff auf unsere Gesundheit [4]. Das Interesse des Geldgebers entscheidet also offenbar über das Ergebnis der Studien, nicht nur in diesem Forschungsfeld.

Für unsere Gesundheit sind wir am Ende selbst verantwortlich.
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Das heißt letztendlich, dass wir als Verbraucher für unsere eigene Sicherheit verantwortlich sind (das sind wir ja sowieso). Wenn es also Studien zu einem Produkt gibt, die zeigen, dass es unserem Körper schaden kann, sollte das nicht Hinweis genug sein, das Risiko nicht einzugehen? Auch, wenn andere Studien das Gegenteil behaupten?

Süßstoff macht uns krank

Zahlreiche Befunde belegen inzwischen, dass Süßstoff offenbar alles andere als unproblematisch ist [3, 4, 5, 6].

Die Verwendung von Süßstoffen steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Diabetes. Ein dahinter stehender Mechanismus scheint zu sein, dass Süßstoffe toxisch für unsere Darmbakterien sind, was die Balance zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien im Darm verändert [5]. Das Klima, das im Darm nach Süßstoffkonsum entsteht, fördert die Vermehrung der Bakterien, die unser Befinden verschlechtern. Süßstoffe tragen auch beispielsweise dazu bei, dass sich Bakterien im Darm vermehren, die kurzkettige Fettsäuren produzieren. Diese zusätzlichen Kalorien werden vom Körper wieder aufgenommen, obwohl wir ursprünglich mit der Verwendung von Süßstoff Kalorien sparen wollten [6].

Ironischerweise erhöht der Konsum von Süßstoff das Risiko für Diabetes.
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Darmbakterien – wichtiger als man glaubt

Vielleicht erscheinen auf den ersten Blick unsere Bakterien im Darm nicht so wichtig, aber der Eindruck täuscht. Wir haben etwa 3 Pfund von ihnen. Man geht davon aus, dass es etwa 100 Trillionen sind, eine unvorstellbare Menge! Wenn die „Guten“ überwiegen, sind wir gesund. Wenn sie durch Umwelteinflüsse (Toxine, Antibiotika etc.) oder unsere Ernährung (bspw. mit Süßstoff) in der Unterzahl sind und die „bösen“ die Oberhand gewinnen, werden wir krank. Von Depressionen, über Schlafstörungen, Hormonstörungen, Autoimmunerkrankungen, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Gelenkentzündungen und Entzündungen im Gehirn können die Symptome einer gestörten Darmflora reichen [2].

Was ist besser: Zucker oder Süßstoff?

Süßstoff ist eines der Beispiele, wo der Mensch glaubte, klüger als die Natur zu sein (Transfette wären ein weiteres Beispiel). Zunächst sieht es aus als hätte man alle Nachteile von Zucker mit der Entwicklung dieser künstlichen Süße kompensiert, bis sich die Nachteile im ganzen Umfang zeigen. Und ab diesem Zeitpunkt kann es noch Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die Industrie und Regierungen Konsequenzen daraus ziehen!

Meine Antwort auf die Frage, ob Zucker oder Süßstoff besser sei, muss daher leider lauten: Weder noch! Es ist so ein bisschen wie die Frage nach Pest oder Cholera. Keine von beiden möchte man gern haben.

Was heißt das für meinen Alltag?

Dennoch möchte ich den Artikel nicht abschließen, ohne euch den einen oder anderen Tipp für den Alltag zu geben.

Verzichtet am besten sofort auf alle künstliche Süßstoffe in Getränken oder als „zuckerfrei“ vermarkteten Produkten. Schaut durch die Vorratsschränke zu Hause und werft die Produkte gnadenlos raus.

Wenn ihr gleichzeitig die Verwendung von Zucker reduziert, seid ihr auf einem guten Wege (praktische Tipps dazu gibt es hier). Ein aufmerksamer Blick auf die Inhaltsstoffe von Produkten sowie die bewusste Wahl natürlicher Lebensmittel, macht diesen Prozess viel einfacher. Die vielen Namen zu kennen, hinter denen sich Zucker verstecken kann, ist dabei mehr als hilfreich (Artikel auf der Seite lebensmittelklarheit.de)! Hier findet ihr noch eine Bewertung verschiedener Kategorien von Zuckeralternativen auf meiner Seite.

Zucker hat viele Namen
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Gewöhnung an weniger Süße

Wir kommen nicht darum herum, unsere Gewöhnung an Süße schrittweise umzutrainieren, das funktioniert. Genauso wie wir uns an Getränke mit umgerechnet 15 Stück Zucker gewöhnt haben (einige Getränke großer Kaffeeketten enthalten tatsächlich so viel Zucker), können wir uns wieder an natürliche und weniger Süße gewohnen. Vielleicht hast du schon einmal für einige Zeit auf Süßigkeiten verzichtet und dich danach gewundert, wie süß viele Lebensmittel danach geschmeckt habe? Das ist genau das, was wir erreichen möchten.

Alternativen für den „Notfall“

In wenigen Fällen, oder für den Übergang, können bspw. Stevia oder Kokosblütenzucker die Umstellung vereinfachen. Sie bieten jedoch keinen Freifahrtschein für unbegrenzten Süß-Konsum. Mehr dazu mit weiteren Details zu verschiedenen Zuckeralternativen findest du HIER.

Stevia kann für den Übergang ein hilfreicher Ersatz für Zucker und Süßstoff sein.
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Auch vermeintlich „natürliche“ Alternativen wie Agavendicksaft, Honig oder Ahornsirup sind verarbeitete Formen von Zucker und verhindern, dass wir uns an natürliche Süße gewöhnen können. Die oftmals viel Fruchtzucker enthaltenden Produkt erhöhen zwar oftmals nicht (oder weniger als Zucker) den Blutzucker- und Insulinspiegel, überlasten aber unsere Leber und begünstigen so eine Fettleber (die möchte keiner von uns haben).

Mehr zum Thema Blutzucker findest du hier als Video: BLUTZUCKER, NORMAL, OPTIMAL, EGAL?

Gesundheitscoaching kann helfen

Wenn du mehr Hilfe benötigst, um deine Ernährung oder Gesundheit zu verbessern, kann sicherlich ein Gesundheitscoaching hilfreich sein. Wichtig ist es mir dabei, gemeinsam mit dir individuelle Strategie zu entwickeln, die an deine Lebensbedingungen perfekt angepasst sind. Melde dich gern für eine kostenfreie erste Coachingsession (20-min) online oder im Fitnessland Kensho (Kontakt), um herauszufinden, wie Gesundheitscoaching dir helfen kann, dich endlich wieder besser zu fühlen.


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