Zuckeralternativen: Wie kann ich mit gutem Gewissen süßen?

Zuckeralternativen-Süßstoff-Zuckeralkohol-Stevia

Als eines der ersten Themen, wenn jemand besser essen möchte, taucht die Frage nach Zuckeralternativen auf. Dass Zucker weder gut für die Gesundheit allgemein, noch für Bauchumfang und Gehirngesundheit ist, spricht sich langsam herum. Aber das Feld der Zuckeralternativen ist undurchsichtig, kann man mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung doch viel Geld verdienen. Im Artikel heute möchte ich 4 Gruppen von Zuckeralternativen für dich beleuchten und zeigen, dass Kalorien beileibe nicht das einzige Kriterium sind (und sein sollten), um einen Stoff zu bewerten.

Was ist so falsch an Zucker?

Zucker ist entwicklungsgeschichtliche eigentlich eine Rarität. Im Herbst, wenn Früchte reif waren und es vielleicht auch Honig gab, war die einzige Zeit, zu der es für unsere Vorfahren nennenswerte Menge an Süße gab. Süße ist eine Quelle von Energie und in der Natur oft ein Indikator dafür, dass etwa essbar und ungiftig ist. Zum Überleben eine durchaus wichtige Information. Von daher ist es absolut sinnvoll, dass wir Süßes intuitiv mögen, schon kleine Kinder bevorzugen süßen Geschmack.

Im Herbst, wenn Früchte reif waren und es vielleicht auch Honig gab, war die einzige Zeit, zu der es nennenswerte Menge an Süße gab.
S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Von der Rarität süßer Lebensmittel sind wir in der heutigen Zeit jedoch meilenweit entfernt. Süßes gibt es rund um die Uhr, an jeder Tankstelle und jedem Supermarkt und das ganze Jahr, sowohl natürliche Süße in Obst als auch Unmengen an hochverarbeiteten Produkten mit raffiniertem Zucker. Der Mensch hat sogar noch Zuckersorten erfunden, die weit intensiver sind als Kristallzucker, wie beispielsweise den Hoch-Fruktose-Mais-Sirup (HFCS), der in hochverarbeiteten Produkten häufig verwendet wird.

Schlechte Laune & Fettspeicherung

Konzentrierter Zucker ist etwas, das Belohnungssignale in unserem Gehirn aktiviert (Dopamin), den Blutzucker ansteigen und rapide wieder abfallen lässt (dazu mehr in meinem Vortrag zum Thema Blutzucker auf YouTube). Das bringt – um es für diesen Artikel kurz zu halten – mehrere Probleme mit sich.

Eine dauerhafte Aktivierung der Belohungssignale im Gehirn lässt uns abstumpfen, denn er Körper passt sich an und schüttet bei fortlaufender Stimulierung weniger Dopamin aus. Der Glücksrausch bleibt irgendwann aus und wir müssen die Dosis erhöhen, wie bei anderen Drogen auch.

Ein stark ansteigender und dann rapide wieder abfallender Blutzuckerspiegel sorgt dafür, dass wir schlecht gelaunt sind und Heißhunger haben.
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Ein stark ansteigender und dann rapide wieder abfallender Blutzuckerspiegel sorgt dafür, dass wir schlecht gelaunt sind und Heißhunger haben. Das versuchen wir meistens (un-)bewusst zu kompensieren, richtig, mit noch mehr Zucker.

Die generelle Eigenschaft von Zucker, schnelle Energie zu liefern, ist heute nicht in diesem Maß erforderlich, sondern eher kontraproduktiv. Wir bewegen uns immer weniger und führen dennoch große Mengen schnell verfügbarer Energie mit unserer Nahrung zu. Nicht nur verändert das Hormone für Hunger und Sättigung, verändert den Insulinspiegel, erhöht das Risiko für Diabetes (Typ 2) und versetzt den Körper damit in den Fettspeichermodus, sondern er enthält weder wichtige Nährstoffe, noch sättigt er.

Die Konsequenzen von viel Zucker in der Ernährung sind also auf den Punkt gebracht: schlechte Laune, Heißhunger, das Bedürfnis, die Dosis zu erhöhen, Fettspeicherung, Nährstoffmangel und fehlende Sättigung. Klingt nicht, wie etwas, das so ein zentraler Teil unserer Ernährung sein sollte, wie es häufig der Fall ist.

Zwei separate Artikel zum Thema Zucker auf meiner Seite gibt es hier:

Zuckeralternativen: Kalorienfrei ist kein Qualitätskriterium

Nun werden sich immer mehr Menschen dessen bewusst, dass die Omnipräsenz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln negative Konsequenzen für Befinde und Gesundheit haben kann. Folgen wir den Aussagen der Werbeindustrie oder schauen wir uns an, was die Supermarktregale so zu bieten haben, gibt es offenbar allerlei Alternativen. Die Liste der künstlichen Süßstoffe, kalorienarmen und kalorienfreien Süßungsmittel und der „völlig natürlichen“ Zuckeralternativen (was klingt als wären sie gesund), ist inzwischen unüberschaubar.

"Kalorienfrei", "kalorienarm" oder "natürlich" sind jedoch keineswegs Kriterien, die Produkte als wertvolle Zuckeralternativen qualifizieren.
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„Kalorienfrei“, „kalorienarm“ oder „natürlich“ sind jedoch keineswegs Kriterien, die ein Produkt als wertvollen Zuckerersatz qualifizieren. Auch Schlangengift ist natürlich und keineswegs gesund. 😀

Oft vergessen wir, dass der Kaloriengehalt nur ein Aspekt dessen ist, was Substanzen charakterisiert. Aber unser Körper ist keine mathematische Gleichung. Wir müssen sowohl den Blutzucker, die Belastung der Leber (unser primäres Entgiftungsorgan), möglicherweise die Kalorien, das Mikrobiom (also die Darmflora) und die Toxitizität einer Substanz in Betracht ziehen, bevor wir eine Wertung abgeben können und genau das, möchte ich heute tun [12].

Natürliche Zuckeralternativen: Honig & Co.

Honig, Agavendicksaft, Ahornsirup, brauner Zucker, Rohrzucker, Kokoszucker oder Dattelzucker werden als „natürlich“ und „gesund“ beworben. Letztendlich unterscheiden sie sich aber nur minimal vom weißen Kristallzucker, unserem Haushaltszucker. Sie sind alle zu unterschiedlichen Anteilen eine Kombination aus Glukose (erhöht den Blutzucker- und Insulinspiegel) und Fruktose (Abbau nur über die Leber) und beinhalten eine vergleichbare Menge an Kalorien je 100 Gramm, nämlich etwa 300 kcal. Die Spuren von Mineralstoffen oder Vitaminen sind nicht in dem Maß entscheidend, um eines der Süßungsmittel deutlich besser dastehen zu lassen als andere.

Honig und Sirup sind keine gesünderen Zuckeralternativen.
Photo Credit: piviso auf Pixabay

Es spricht nichts dagegen, diese Produkte in kleinen Mengen zum Süßen zu verwenden. Wenn wir allerdings glauben, dass ein brauner Zucker oder ein „natürlicher“ Agavendicksaft einen Freifahrtschein mit sich bringen, dann tun wir uns damit keinen Gefallen und essen weit mehr davon als es gut für uns wäre (es ist ja sooo „natürlich“). Ein 1:1 Wechsel von Haushaltszucker auf eine dieser natürlichen Süßungsmittel bringt also praktisch keine Verbesserung mit sich, es sei denn, wir nutzen den Wechsel, um die Süße in unseren Lebensmitteln generell zu reduzieren.

Fazit zu Honig & Co.

Wer Körperfett reduzieren möchte, Diabtes (Typ 1 oder 2) hat, mit Insulinresistenz diagnostiziert wurde (Vorstufe zu Diabetes), eine (nicht-)alkoholische Fettleber hat und sich selbst als „zuckersüchtig“ einstufen würde, sollte mit diesen Zuckeralternativen sehr sparsam umgehen. Denn sie erhöhen den Blutzuckerspiegel und stoppen damit die Fettverbrennung, überlasten aber gleichzeitig die Leber und erhöhen damit das Risiko für Insulinresistenz und Diabetes.

Zucker erhöht den Blutzucker, deswegen lohnt sich die Suche nach Zuckeralternativen.
Photo Credit: Tesa Robbins auf Pixabay

Gut an diesen Süßungsmitteln ist sicherlich, dass sie nicht als „gehirntoxisch“ eingestuft werden, weil es Substanzen sind, die zumindst ähnlich in der Natur vorkommen. Aber wer Darmprobleme hat, vielleicht ein Bakterienwachstum im Dünndarm (SIBO) oder Candida (einen Hefepilz), der sollte Abstand von diesen Zuckerformen nehmen, denn sowohl Hefen als auch Bakterien gedeihen prächtig, wenn sie Zucker als Nahrung haben, was unser Problem weiter verstärkt (Blähungen, Bauchschmerzen etc.).

Echter Honig kann durchaus medizinischen Nutzen mit sich bringen und die Wundheilung fördern sowie antibakterielle Eigenschaften etc. umfassen. Dies bezieht sich aber auf einen qualitativ hochwertigen Honig und eine gezielte Anwendung (ohne Erhitzen), nicht auf die generelle und unbegrenzte Verwendung als Süßungsmittel.

Zuckeralkohole: Erythrit, Xylitol & Co.

Neuer in den Regalen sind die so genannten Zuckeralkohole, die auch als Backzutat für gesundes Backen „gefeiert“ werden. Dazu gehören beispielsweise Maltitol, Xylitol, Erythrit und Sorbitol. Von der chemischen Struktur sind sie eine Mischung aus Alkohol und Zucker, so genannte Polyole. Sie sind jedoch kein richtiger Alkohol und daher kein Problem für Alkoholiker und Menschen, die Alkohol vermeiden müssen oder wollen. Aber natürlich sind die Zuckeralkohole, auch wenn sie so beworben werden, nicht. Einige dieser Zuckeralkohole kommen zwar in Beeren oder Baumrinden vor, heute werden die verkauften Produkte aber chemisch hergestellt und z. B. in Zahnpasta verwendet. Es ist zusätzlich auch ein großer Unterschied, ob wir ein bisschen Zuckeralkohol mit unseren Früchten aufnehmen oder große Mengen davon zum Kochen und Backen verwenden. Baumrinde habe ich – bisher noch – nicht in meine Ernährung integriert und damit die dort vorkommenden Zuckeralkohole nicht verspeist. 😛

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Die meisten Zuckeralkohole enthalten etwa halb so viele Kalorien im Vergleich zum Zucker, oft jedoch auch eine geringere Süßkraft. Nur Erythrit enthält keine Kalorien. Es ist jedoch nicht richtig, das Zuckeralkohole generell keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Besonders als Diabetiker muss man daher die enthaltenen Kohlenhydrate in seine Planung einbeziehen. Maltitol hat von allen Zuckeralkoholen den stärksten Einfluss auf den Blutzucker und einen glykämischen Index fast wie Zucker. Der glykämische Index ist ein Maß dafür, wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Konsum eines entsprechenden Lebensmittels ansteigt.

Fazit zu Zuckeralkoholen

Positiv an Zuckeralkoholen ist sicherlich der geringere Kaloriengehalt bei relativ großer Masse, was sie besser zum Backen eignet als Süßstoffe, von denen man nur eine winzige Menge verwenden kann. Bedenklich ist hingegen die Wirkung auf unsere Darmflora, das Mikrobiom. Da sie erst im Dickdarm fermentiert werden, können sie Durchfälle und Blähungen verursachen. Die Verträglichkeit ist individuell und muss ausprobiert werden. Gerade Menschen mit IBS (Reizdarm), FODMAP (einer Unverträglichkeit von bestimmten Kohlenhydraten) oder anderen Verdauungsproblemen, sollten Zuckeralkohole komplett meiden.

Zuckeralkohole als Zuckeralternativen können Durchfall verursachen.
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Zuckeralkohole können eine Chance sein, uns an weniger Süße zu gewöhnen, sollten aber meiner Meinung nach nicht sorglos dauerhaft eingesetzt werden. Ich sehe ein bisschen die Schwierigkeit, dass wir – ähnlich wie bei Süßstoffen – allerlei Kuchen, Kekse, Doughnuts, Pralinen etc. ausprobieren und diese einen weitaus größeren Anteil im Speiseplan einnehmen als sie sollten, weil wir uns „kalorisch“ in Sicherheit wiegen. Echte Nahrungsmittel, wie Früchte, sind Backwaren und Pralinen mit Zuckeralkoholen generell vorzuziehen, denn sie enthalten zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Phytonutrients, die unser Körper zum optimalen Funktionieren braucht.

Übrigens: Xylitol kann tödlich für Hunde sein, daher sollten Produkte die Xylitol enthalten, wie z. B. Zahnpasta außerhalb der „Reichweite“ von Hunden aufbewahrt werden [10].

Chemische Zuckeralternativen: Süßstoffe

Chemische Süßstoffe scheinen offenbar damit zu punkten, dass sie absolut kalorienfrei sind. Zu diesen Süßstoffen zählen beispielsweise Aspartam, Acesulfam-K, Sucralose, Saccharin (in den USA für einige Jahre mit einer Warnung versehen, dass es negative gesundheitliche Auswirkungen haben könne) und Cyclamat (in den USA verboten) [5].

Diese chemischen Süßstoffe sind absolut künstlich im Labor hergestellt und teilweise sogar ein Abfallprodukt der Teerindustrie (Saccharin) [5]. Wichtig ist es hier zu wissen, dass Ergebnisse von Studien zur (Un-)gefährlichkeit von Süßstoffen zu praktisch 99% davon abhängen, wer diese finanziert und welche wirtschaftlichen Interessen diese Gruppierung vertritt [2].

Süßstoffe & Gewichtszunahme

„Null Kalorien“ macht Süßstoffe bei oberflächlicher Betrachtung zum perfekten Lebensmittel (bzw. Zusatz), wenn man abnehmen möchte. Untersuchungen weisen aber sogar darauf hin, dass die künstlichen Süßstoffe nicht nur zu Gewichtszunahme führen können [1], Glukoseintoleranz hervorrufen [8], den Appetit verstärken (das folgt auch aus Zuckerkonsum) [6], wir vermutlich unbewusst dazu neigen, die gesparten Kalorien an anderer Stelle auszugleichen [5] sondern im Gehirn auch nicht die gleiche Belohnung erzeugen, wie süße Lebensmittel mit Zucker [7]. Der Konsum von mit Süßstoffen versetzen Getränken führt ebenso zu einem erhöhten Diabetesrisiko, wie mit Zucker gesüßte Getränke [3]. Gleichzeitig sorgt die intensive Süße dafür, dass wir dauerhaft übersüßen Geschmack bevorzugen, was sich auch in der Wahl anderer Lebensmittel niederschlägt [5]. Ein Abbauprodukt von Süßstoffen wie z. B. Aspartam ist beipielsweise das Neurotoxine Formaldehyd, das unserem Gehirn schaden und zu Migräne führen kann [9]. Süßstoffe verändern sogar unser Mikrobiom, also die Darmflora [8].

Formaldehyd als Abbauprodukt von Aspartam kann Migräne verursachen.
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Künstliche Süßstoffe sollten wir aus den genannten Gründen (und das sind noch nicht alle) am besten aus unserem Speiseplan streichen, dazu zählen all die Diätprodukte, Süßstofftabletten, Limo-light, Kaugummies ohne Zucker etc. Am Ende ist es natürlich deine persönliche Entscheidung. Ich für mich bin der Meinung, dass echte und natürliche Lebensmittel wunderbar ohne künstliche Süßstoffe auskommen und absolut lecker und vielseitig im Geschmack sind. Hinsichtlich der gesundheitlichen Bedenken möchte ich ungern in einigen Jahren feststellen, dass Süßstoffe vielleicht doch verboten werden, wie es bei Transfetten der Fall gewesen ist, weil die Belege für eine gesundheitsschädliche Wirkung nicht mehr zu übersehen sind.

Bessere Zuckeralternativen

Nun bleibt natürlich die Frage „was nun“? Ich habe nach und nach an jeder Gruppe der Zuckeralternativen etwas „auszusetzen“ gehabt und jetzt seid ihr völlig ratlos. Dazu ein paar Tipps, mit denen wir persönlich wunderbar zurechtkommen. Ich freue mich aber auch über ergänzende oder alternative Vorschläge von euch.

Weniger zusätzliche Süße verwenden

Wir haben uns schrittweise abgewöhnt, Süßstoff in den Kaffee, Honig über den Joghurt und Zucker mit frischen Erdbeeren zu verwenden. Das war ein Prozess, der nicht von heute auf morgen stattgefunden hat. Gleichzeitig werfe ich beim Einkaufen immer einen Blick auf die Zutatenliste, wenn ich verarbeitete Produkte kaufe. Wir wissen, dass „Bio“ und „natürlich“ oder auch „ohne Kristallzucker“ einen zweiten Blick auf die Zutatenliste verlangt, um Zucker zu enttarnen (dazu gleich mehr). Zuckerbomben wie Ketchup, Rübensirup etc. gibt es bei uns einfach nicht, sie wären uns inzwischen vermutlich auch zu süß. Gleichzeitig hat unser spannendes Experiment mit einem dauerhaften Glukosemonitor auch zu einem noch besseren Bewusstsein geführt, welches Lebensmittel welche Wirkung hat (dazu mehr im Vortrag und zwar HIER)

Datteln & Rosinen zum Backen

Für Kuchen und Pralinen eignen sich Rosinen und klein geschnittene, getrocknete Datteln wunderbar, andere Trockenfrüchte sicherlich auch. Vielleicht möchtest du zu Beginn auch einfach die Zuckermenge im Rezept halbieren und den Rest mit ein paar Rosinen oder Datteln ersetzen. Gut ist es, wenn du schon begonnen hast, weniger Süße zu mögen und den subtileren Eigengeschmack von Lebensmitteln wieder wahrnehmen zu können.

Stevia passt – nur manchmal

Stevia ist einer der Süßstoffe, die recht unbedenklich sind, aber durch ihren Eigengeschmack (leicht lakritzartig) nicht immer passen. Für Kräutertee kann Stevia lecker sein, in Kaffee meiner Erfahrung nach eher nicht. Also einfach ausprobieren.

Stevia ist eine der guten Zuckeralternativen, passt aber nicht immer.
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Monk Fruit – Mönchsfrucht

In Deutschland bisher nicht verfügbar, aber z.B. bei iHerb ist die so genannte Mönchsfrucht, die in China schon seit tausenden Jahren zum Süßen verwendet wird. Hier muss man jedoch aufpassen, denn viele Mischungen werden mit Zuckeralkoholen angeboten. Am besten lässt es sich mit einem flüssigen Mönchsfruchtextrakt arbeiten, weil eine winzige Menge ausreichend ist.

Süßholzwurzel / Licorice Root

Diese zu den Kräutern gehörende Wurzel gibt vor allem Kräutertees eine leckere Süßholznote, die ihr vermutlich aus einigen Gewürztees bereits kennt. Man mag den Geschmackt oder eben nicht, ich bin ein bekennender Süßholzwurzelfan (klingt ein bisschen sleenig). Süßholzwurzel wirkt heilend bei entzündeter Darmschleimhaut und wirkt generell beruhigend im Verdauungstrakt, hilft schlechte Darmbakterien auszumerzen und schmeckt auch noch gut [13] (Link zu einem Beispielprodukt*) Wichtig: Süßholzwurzel kann den Blutdruck erhöhen und bei langfristigem Gebrauch Nieren & Leber reizen [13].

Diese zu den Kräutern gehörende Wurzel gibt vor allem Kräutertees eine leckere Süßholznote, eine der leckeren Zuckeralternativen.
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4 Tipps – Wie kann ein gesunder Umgang mit Zuckeralternativen aussehen?

Tipp 1: Etiketten lesen

Beginne beim Einkauf von abgepackten Produkten (also praktisch allem, was nicht in der Obst- und Gemüsetheke angeboten wird) die Inhaltsstoffe zu lesen. So bekommst du ein Gefühl, in welchen Produkten sich viel Zucker versteckt. Je weiter oben auf der Zutatenliste Zucker auftaucht, desto mehr ist enthalten. Achtung, oft taucht Zucker verteilt über das ganze Etikett auf und zwar unter verschiedenen Namen. So entsteht der Eindruck, dass nicht so viel Zucker enthalten ist. Produkte mit Zucker als eine der ersten 5 Zutaten solltest du am besten ins Regal zurückstellen und nach einer Alternative suchen.

Tipp 2: Zuckernamen lernen

Wenn wir nach „Zucker“ suchen, ist die Zutat „Zucker“ leicht zu erkennen, er erscheint jedoch auch als Rohrzucker, Rübenzucker, Raffinadezucker, Invertzucker, Puderzucker oder Turbinado Zucker. Aber es gibt zahlreiche andere Namen und andere Zuckerformen, die uns nicht gleich ins Auge springen, die wir aber kennen sollten: alle Sirupsorten (Agavendicksaft, Ahornsirup, Maissirup etc.), Zutaten die auf -ose enden wie Maltose, Lactose, und Saccharose. Super gesund klingend, aber auch ein Zucker sind Zutaten wie Agavennektar, Dattelzucker oder Honig. Unauffällig sind Begriffe wie Melasse, Fruchtsaftkonzentrat, Sucanat, Florida Kristalle oder Butter-Sirup und dennoch versteckt sich dahinter ZUCKER [11].

Wenn wir nach "Zucker" suchen, ist die Zutat "Zucker" leicht zu erkennen. Zuckeralternativen sind aber auch nicht immer gut.
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Tipp 3: Süße generell schrittweise reduzieren

Dazu gibt es einen ganzen Artikel auf meiner Seite. Nimm dir Zeit und reduziere bewusst zugesetzten Zucker und kaufe Produkte, die weniger Zucker enthalten. Mit natürlichen Produkten, also echten unverarbeiteten Lebensmitteln, bist du auf der sicheren Seite, denn niemand hat ihnen Zucker beigemischt: Brombeeren ist beispielsweise kein Zucker zugesetzt. Aber Achtung: nur weil ein Produkt „BIO“ ist, ist es noch lange nicht gesund und kann große Mengen von „gesunden“ Agavendicksaft oder anderen Zucker enthalten. Mit der schrittweisen Reduzierung von Zucker in deiner Nahrung passt sich auch dein Geschmack an und du wirst subtilere Süße zu schätzen lernen. Versprochen! 😉

Zuckeralternativen - echte Süße in Früchten
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Tipp 4: Zuckerzusatz nur gelegentlich

Es spricht nichts dagegen, mal ein Stück Kuchen, Schokolade oder ein paar Kekse zu essen. Sie sollten aber nicht „normaler“ Bestandteil deines Speiseplans sein. Sei umso sparsamer damit, je stärker deine gesundheitlichen Probleme sind wie z. B. Übergewicht, Fettleber, Diabetes, Insulinresistenz, chronische Entzündungen. Wenn du Süßes isst, beobachte doch einmal, wie es dir danach geht. Fühlst du dich energetisiert oder schlapp? Hast du Blähungen, schläftst du schlecht oder bekommst du Heißhunger? Bringe das, wie du dich fühlst ganz bewusst in Zusammenhang mit dem, was du gegessen hast. Nur so ist es möglich, den im Gehirn abgespeichterten „Belohnungswert“ für ein Lebensmittel schrittweise zu verändern.


Mehr Artikel zum Thema auf meiner Seite:


Ressourcen & Infos zum Weiterlesen oder Hören:

[1] Fowler SP, Williams K, Resendez RG, Hunt KJ, Hazuda HP, Stern MP. Fueling the obesity epidemic? Artificially sweetened beverage use and long-term weight gain. Obesity (Silver Spring, Md.) 2008;16:1894–1900 (PubMed)

[2] Hyman, Mark (2018): Food, what the heck should I eat. Little Brown Spark.*

[3] Guy Fagherazzi, Alice Vilier, Daniela Saes Sartorelli, Martin Lajous, Beverley Balkau, Françoise Clavel-Chapelon (2013): Consumption of artificially and sugar-sweetened beverages and incident type 2 diabetes in the Etude Epidémiologique auprès des femmes de la Mutuelle Générale de l’Education Nationale–European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition cohort, The American Journal of Clinical Nutrition, Volume 97, Issue 3, March 2013, Pages 517–523; verfügbar unter: https://academic.oup.com/ajcn/article/97/3/517/4571511

[4] Mark Hyman (2015): Why You Should Ditch Artificial Sweeteners. https://www.ecowatch.com/dr-mark-hyman-why-you-should-ditch-artificial-sweeteners-1882128624.html

[5] Qing Yang (2010): Gain weight by “going diet?” Artificial sweeteners and the neurobiology of sugar cravings. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2892765/

[6] Black RM, Leiter LA, Anderson GH. Consuming aspartame with and without taste: differential effects on appetite and food intake of young adult males. Physiol Behav. 1993;53:459–466. [PubMed]

[7] Haase L, Cerf-Ducastel B, Murphy C. Cortical activation in response to pure taste stimuli during the physiological states of hunger and satiety. NeuroImage. 2009;44:1008–1021. [PMC free article]

[8] Gut bacteria, artificial sweeteners and glucose intolerance. Weizmann Institute of Science, Sept 2014: https://www.eurekalert.org/pub_releases/2014-09/wios-gba091514.php

[9] Sharon E Jacob, Sarah Stechschulte (2008): Formaldehyde, aspartame, and migraines: a possible connection. Dermatitis. May-Jun 2008;19(3):E10-1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18627677/

[10] https://www.gesundheitszentrum-fuer-kleintiere-luedinghausen.de/tierarztblog/artikel/xylit-hund.html

[11] https://www.brainperform.de/namen-bezeichnungen-fuer-zucker/#Haeufige_Namen_und_Bezeichnungen_fuer_Zucker

[12] https://youtu.be/u3mNYwBqgkA

[13] Maria Noel Groves (2016): Body into Balance: An Herbal Guide to Holistic Self-Care.*

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