3 Abnehmratschläge, die FALSCH sind!

Abnehmeratschläge, die falsch sind

Oftmals sind wir so dringend auf der Suche nach wirkungsvollen Abnehmratschlägen, dass wir vergessen, sie einer aufmerksamen Prüfung zu unterziehen. Abnehmratschläge können wirkungslos, falsch oder sogar schädlich sein. Die Kombination mit Vorher-Nachher Bildern und einem reißerischen Werbetext ist kein Beleg für die Wirksamkeit einer Methode, sondern zeigt nur, dass der Grafiker wusste, was der Konsument sehen möchte. Genau aus diesem Grund möchte ich dir heute 3 Abnehmratschläge vorstellen, die einfach falsch sind.

„Abnehmen“ ist komplexer als wir denken

Es klingt so einfach, wir haben es so oft gehört: Iss weniger und beweg dich mehr, dann nimmst du ab. Aber dieser und andere Abnehmratschläge sind so einfach, wie falsch. Unser Körper ist viel zu komplex, um so simpel zu funktionieren. Wenn das klappen würde, dann wären unsere Vorfahren bei Nahrungsknappheit schlicht und ergreifend verhungert. Zum Thema Abnehmen gibt es bereits zahlreiche Artikel hier auf meiner Seite, die verschiedene Zusammenhänge im Detail beleuchten. Ich werde dir hier die wichtigsten verlinken, die sich auch in einem neuen Fenster öffnen, so dass du dann bequem hier weiterlesen kannst:

Im folgenden werde ich heute 3 falsche Abnehmratschläge vorstellen und beschreiben, warum sie nicht hilfreich sind, um überflüssiges Körperfett loszuwerden und wie man es besser machen kann.

Falscher Ratschlag 1: Alle 3 Stunden etwas essen

Noch vor 10 Jahren war der Hype um „Zwischenmahlzeiten“ als Tipp unter den Abnehmratschlägen absolut aktuell. Man sollte auf jeden Fall den „Blutzuckerspiegel stabil“ halten und daher am besten alle 3 Stunden eine kleine Zwischenmahlzeit essen.

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Was ist dran?

Das Ziel, starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden ist sicherlich eine gute Intention. Sorgt doch ein stark abfallender Blutzuckerspiegel oftmals für Heißhunger und dieser führt in der Regel zu Ess-Entscheidungen, die alles andere als optimal sind.

Was ist daran falsch?

Was bei diesem Tipp nicht berücksichtigt wurde ist, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel – selbst wenn er stabil ist – damit einhergeht, dass der Körper keine Fette verbrennen kann, da der Insulinspiegel ebenfalls erhöht ist. Zudem war in dieser Zeit auch noch die Idee präsent, dass wir fettarm essen müssten. Snacks waren daher oftmals reich an Kohlenhydraten, wie z. B. Reiswaffeln. Das verstärkt diesen Effekt umso mehr. Nun warten wir also darauf abzunehmen, also dass der Körper unsere Fettreserven verbrennt und er kann das nicht tun, weil wir alle drei Stunden erneut dafür sorgen, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt. So sind die Fettreserven für unseren Körper quasi unsichtbar. Das ist schon fast ein bisschen tragisch.

So sind die Fettreserven für unseren Körper quasi unsichtbar.
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Was ist besser?

Aus heutigen Gesichtspunkten und dem Wissen darum, wie unser Stoffwechsel funktioniert, sollten die Pausen zwischen den Mahlzeiten auf 4, gern auch 5 oder 6 Stunden ausgedehnt werden. In dieser Zeit können Blutzucker- und Insulinspiegel sinken und der Körper hat die Chance, Fette zu verbrennen. Damit das klappen kann, sollten die Mahlzeiten dafür sorgen, dass der Blutzuckerspiegel überhaupt gar nicht erst in schwindelerregende Höhen getrieben wird, denn dann gibt es auch keinen Heißhunger.

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Was treibt den Blutzuckerspiegel nach oben? Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gebäck, süße Getränke, Zucker, Klöße – also stärkehaltige Kohlenhydrate. Wer mehr dazu hören möchte, kann einmal meinen Vortrag auf YouTube zum Thema Blutzucker anhören, dort zeige ich dir Wirkung verschiedener Mahlzeiten und Lebensmittel auf den Blutzucker, gute Beispiele und weniger gute.

Falscher Ratschlag 2: Light-Produkte essen

Light Produkte werden massiv beworben und erscheinen für den Verbraucher als die perfekte Alternative zu konventionellen Produkten. Man kann dann ja offenbar Kekse & Co. ohne schlechtes Gewissen genießen.

Was ist dran?

Wir benötigen nur eine bestimmte Menge an Energie aus unserer Nahrung, um körperliche Funktionen, Denken und Aktivität zu absolvieren. Energie, die wir zu viel aufnehmen, lagert der Körper für „schlechte Zeiten“ ein, die aber nie kommen. So kommen zu jedem Pfund zuviel jedes Jahr noch ein paar weitere hinzu. Die Idee ist nun, mit Light-Produkten weniger Kalorien aufzunehmen in der Hoffnung, weniger zuzunehmen. Aber du ahnst es schon, irgendetwas stimmt auch mit dem zweiten der Abnehmratschläge nicht so ganz.

Die Idee ist nun, mit Light-Produkten weniger Kalorien aufzunehmen in der Hoffnung, weniger zuzunehmen. Das ist einer der zahlreichen falschen Abnehmratschläge.
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Was ist falsch?

Das Problem mit Light-Produkten hat nun mindestens drei Aspekte, die oftmals nicht kommuniziert werden:

Erstens – Was ein Light-Produkt ist, ist gesetztlich nicht definiert. Die Bezeichnung „light“ kann sich also auf Kalorien, Fette, Zucker, Nikotin oder auch Alkohol beziehen.

Zweitens – Daher haben Light-Produkte oftmals nicht einmal weniger Kalorien, sondern nur wengier Fett oder Zucker als das Originalprodukt. Manchmal haben sie auch einfach weniger Fett, dafür aber mehr Zucker. Und das ist weit problematischer als es klingt: Zahlreiche „fettfreie“ Produkte bestehen zu fast 100% aus Zucker. Das ist das absolute Rezept für Heißhunger, Übergewicht und Diabetes.

Zahlreiche "fettfreie" Produkte bestehen zu fast 100% aus Zucker. Das ist das absolute Rezept für Heißhunger, Übergewicht und Diabetes.
Steve Buissinne auf Pixabay

Drittens – Um den Geschmack des Originalproduktes zu erreichen, haben viele Light-Produkte zahlreiche Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Aromen, Hilfsstoffe, Süßstoffe oder Zucker zugesetzt und täuschen damit eine Qualität vor, die sie einfach nicht haben. Wir wollen uns etwas Gutes tun, endlich Abnehmen und belasten unseren Körper mit Zusatzstoffen, die dem Körper Stress zufügen. Und Stress, macht unsere Abnehmbemühungen definitiv zunichte.

Was ist besser?

Der reine Kaloriengehalt von Nahrungsmitteln ist nicht entscheidend dafür, ob wir zunehmen oder abnehmen. Vielmehr gibt es einige vermittelnde Aspekte, die wir häufig übersehen: die Hormonreaktion im Körper und unsere Sättigung.

Wie unser Körper auf Nahrungsmittel reagiert, ob er sie als Energie nutzen kann, ob die Fettverbrennung stoppt oder wir Heißhunger bekommen, ist durch unsere Hormone vermittelt. Nicht alle Nahrungsmittel haben die gleiche Wirkung in unserem Körper. Wir sollten also überwiegend Nahrungsmittel konsumieren, die nur eine geringe Insulinausschüttung zur Folge haben und damit Heißhunger verhindern. Wenn wir das berücksichtigen, wählen wir automatisch die Lebensmittel, die auch für eine optimale Sättigung bei gleichzeitiger hervorragender Nährstoffzufuhr sorgen: echte Lebensmittel.

Wenn wir das berücksichtigen, wählen wir automatisch die Lebensmittel, die auch für eine optimale Sättigung bei gleichzeitiger hervorragender Nährstoffzufuhr sorgen: echte Lebensmittel.
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Was ich damit meine, sind Produkte, die möglichst wenige Inhaltsstoffe haben und nur wenig (oder gar nicht) industriell verarbeitet sind. Perfekte Beispiele sind dafür Gemüse, Salate und (in Maßen) auch Obst. Eine Avocado hat keine Angabe von Inhaltsstoffen, eine Tüte Chips sehr wohl und zwar nicht zu knapp. Viele dieser Inhaltsstoffe bringen Hunger und Sättigung komplett durcheinander, das hat fast jeder von uns schon erlebt. Wer kann ein paar Chips aus einer Tüte nehmen und dann einfach aufhören? Nur wenige…

Mehr Infos zu echten Lebensmitteln und hilfreichen Tipps gibt es im folgenden Artikel, der sich darauf bezieht, wie eigentlich eine gute Ernährung aussieht.

Falscher Ratschlag 3: Härter trainieren

Je härter umso besser scheint die Devise beim Training zu sein, wenn wir uns vor allem auf den sozialen Medien umschauen. Die Protagonisten sind super schlank, muskulös und austrainiert, also muss das doch die richtige Strategie sein.

Was ist dran?

Bewegung gehört dazu, wenn wir gesund bleiben wollen. Das ist schon mal ein Fakt. Am besten sollten verschiedene Formen von Bewegung und Training ein Teil unseres Alltags sein, um den Körper optimal zu fordern. Wenn wir uns mehr bewegen, also härter trainieren, verbrauchen wir auch mehr Energie, das sollte uns doch eigentlich helfen, abzunehmen. So zumindest die Theorie der Abnehmratschläge.

Wenn wir uns mehr bewegen, also härter trainieren, verbrauchen wir auch mehr Energie, das sollte uns doch eigentlich helfen, abzunehmen. So zumindest die Theorie der Abnehmratschläge.
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Was ist falsch?

Nur, wenn man dieses Thema oberflächlich betrachtet, erscheint es plausibel, durch hartes Training die Pfunde „schmelzen“ lassen zu können. Hach, wie wär das schön! 😀 Aber drei Aspekte machen uns da einen Strich durch die Rechnung:

Erstens – Energie, die wir beim Sport verbrauchen, sind in Nullkommanichts mit der nächsten Mahlzeit wieder aufgenommen, wir haben uns das ja verdient, nach dem harten Trainining. Auch wenn es mit unserem Körper nicht ganz so simpel ist, hier ein Beispiel: Um den Gegenwert in Energie von einem Schokoriegel beim Sport zu verbrauchen, musst du etwa 5 km joggen. Das ist bei den meisten Menschen mehr als eine halbe Stunde Sport, der Riegel ist hingegen in ein paar Minuten vertilgt. Ups.

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Zweitens – Hartes Training macht Hunger. Das heißt, wenn wir besonders hart trainieren, z. B. Sprints laufen, Intervalltraining absolvieren etc. sind wir nachher besonders hungrig und treffen dann oftmals keine guten Entscheidungen und essen vor allem eins, nämlich viel. Das soll nicht heißen, dass man nicht auch mal hart trainieren kann, aber dazu gleich mehr.

Drittens – Hartes Training sorgt für die Ausschüttung von Cortisol, einem Stresshormon aus der Nebenniere. Cortisol ist neben Insulin einer der größten Blockaden für Fettverbrennung und Abnehmen. Cortisol ist ein Stresshormon und es gibt nicht viele Dinge, die für unseren Körper in einer Stresssituation weniger wichtig sind als Fett zu verbrennen. Dauerhaft hart zu trainieren, wenn wir abnehmen möchten, kann uns also tatsächlich einen Strich durch die Rechnung machen. Genau das sind die Probleme falscher Abnehmratschläge, wir folgen bestimmten Empfehlungen, die uns vielleicht sogar schaden.

Was ist besser?

Nun, Bewegung gehört tatsächlich dazu, wenn wir gesund bleiben wollen und Körper (und auch der Geist) optimal funktionieren sollen. Bewegung und Training sind auch dann wichtige Bestandteile unseres Lebensstils, wenn wir Abnehmen möchten oder müssen. Die verbrannten Kalorien sind jedoch tatsächlich nicht der Part, warum Sport wichtig ist. Vielmehr sind die Bildung von Endorphinen, die für gute Laune sorgen, die Normalisierung des Blutzuckerspiegels, der Aufbau von Muskulatur und auch die Durchblutung des Gehirns Aspekte, die uns beim Abnehmen helfen können. Gute Laune ist der beste Schutz vor Fressattacken, die wir ja oftmals haben, um unsere Stimmung zu verbessern.

Gute Laune ist der beste Schutz vor Fressattacken, die wir ja oftmals haben, um unsere Stimmung zu verbessern.
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Wie sieht es nun also mit hartem Training aus? Das kann, je nach körperlicher Konstitution, tatsächlich ein Bestandteil deines Trainings sein und hat gezeigt, sehr wirkungsvoll zu sein. ABER: Wenn du schlecht geschlafen hast, gestresst bist, dich nicht gut fühlst oder gerade unter PMS leidest ist es ganz sicher nicht die Zeit für eine harte Trainingseinheit. In diesen Augenblicken ist dein Stresshormonspiegel sowieso schon hoch. Jetzt ein Intervalltraining zu absolvieren ist, als würdest du Öl ins Feuer gießen, absolut kontraproduktiv. Generell sollten sich Belastung (also Training), harte und leichtere Trainingseinheiten und Entlastung (also Pause und sanfte Bewegung) abwechseln, um deine Bemühungen optimal zu unterstützen.

Abnehmratschläge – so geht’s besser

Für viele von uns ist es tatsächlich wichtig, überflüssiges Körperfett zu reduzieren, denn es beeinträchtigt unsere Gesundheit und Lebensqualität, nicht nur die Optik. Aber wir müssen lernen, uns nicht von Versprechungen locken zu lassen, die viel zu einfach klingen. Kalorien sparen, Ananasdiät, Bauchweggürtel oder Kartoffeldiät, das ist zu simpel, um zu funktionieren. Ich würde mich freuen, wenn du dir (mindestens) drei Dinge von dem heutigen Artikel mitnehmen kannst.

Ich würde mich freuen, wenn du dir (mindestens) drei Dinge von dem heutigen Artikel mitnehmen kannst.
foreverpainter auf Pixabay
  1. Maßnahmen und Strategien, die auf einen kurzen Zeitraum ausgelegt sind, funktionieren nicht – also Diät A-Z (dazu mehr hier).
  2. Erfolgreiche Programme müssen Körper und Geist, Bewegung, Entspannung und Ernährung mit einbeziehen, nur so kann es wirklich klappen, gesünder zu werden und auch abzunehmen (dazu mehr hier).
  3. Wenn dich ein Programm stresst oder du im Moment sehr gestresst bist, kann Abnehmen nicht funktionieren. Dann solltest du dein Augenmerk darauf legen, Stress zu reduzieren. Unser neues Online-Programm Avahanam, kann dir dabei möglicherweise helfen. Mehr Infos zum Programm gibt es hier: AVAHANAM – Stressfrei leben

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