Ernährungscoaching mit Louisa – die besten Strategien.

Die Suche nach Ursachen und die Entwicklung von Lösungen machen mir persönlich am Coaching am meisten Spaß. Zu sehen, wie Klienten es mit kleinen Hilfen und Strategien allein schaffen, gewünschte Veränderungen zu bewirken, ist ein wunderbares Gefühl.

So war es auch mit Louisa. Sie sprach mich an mit „Ich mache doch schon so Vieles richtig, esse viel Obst und Gemüse und nehme trotzdem nicht ab“. Die Wahrnehmung ihrer eigenen Situation erklärte ihre Verzweiflung, sie wusste einfach nicht, was sie noch ausprobieren sollte, um endlich ein paar Kilogramm abzunehmen.

Im näheren Gespräch klärten sich einige Rahmenbedingungen. Ihr Job als Lehrerin ist benötigt viel Energie, schon morgens ist sie das erste Mal gestresst, wenn sie vor dem Frühstück auf das Telefon schaut und all die Nachrichten von Schülern, Eltern und Kollegen liest. Während des Tages kommt sie kaum zum Essen und ist völlig ausgehungert, wenn sie nach der Schule zu Hause ankommt. Das Essen zu Hause fällt in der Regel weitaus größer und umfangreicher aus als geplant und endet in einem komatösen Mittagschlaf, von dem sie sich nur schwer erholt und für den Rest des Tages völlig geschafft ist.

Ihre Erzählung lieferte mir gleich einige wichtige Anhaltspunkte für den Coachingprozess. Bei einer Ernährungsberatung ist es weniger wichtig jemandem zu erzählen, er solle mehr Gemüse essen, als die Mechanismen zu verstehen, die zu Naschen, Überessen oder unregelmäßigen Mahlzeiten führen. Diese Ursachen zu beseitigen hat oft erstaunliche Folgen, auch in diesem Fall.

Wir erarbeiteten gemeinsam 8 Strategien, die Louisa dann zunächst für 4 Wochen, in ihr Leben integrierte.

  1. Zeit nehmen für das Frühstück, mindestens 10-15 Minuten ohne Ablenkung durch Zeitung, Nachrichten, Radio oder Telefon. Im Notfall mus sie dafür ein paar Minuten eher aufstehen.
  2. Das Telefon soll sie erst nach dem Frühstück anschalten und Nachrichten abrufen oder Telefonate tätigen.
  3. Kleine Zwischenmahlzeiten für die große Pause mitnehmen wie z. B. Beeren oder Obst mit Joghurt oder geschnittenes Gemüse mit Quark.
  4. Zwischendurch, wenn sie merkt, dass sie sehr gestresst ist, ganz bewusst lockern und durchatmen. Eine Strategie wäre dazu auch, Erinnerungen im Telefon zu speichern, die auf die Pausenzeiten fallen und helfen, sowohl bewusste Atmung und Entspannung zur Gewohnheit zu machen als auch Angespanntheit wahrzunehmen.
  5. Fußweg nach Hause zum Atmen nutzen, notfalls sollte sie noch eine weitere Runde um den Block drehen, um die Stresshormone abzubauen.
  6. Vor dem Essen ein großes Glas Wasser zu trinken hilft, das Hungergefühl zu dämpfen.
  7. Mittagessen schon am Vorabend zubereiten, so dass das Aufwärmen dann schnell geht und die Zeit und Mühe der Zubereitung in dem Augenblick, wo Louisa sowieso geschafft und gestresst ist, entfällt.
  8. Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren. Sie ist das beste Mittel, um Stresshormone abzubauen (z. B. Spaziergänge).

Die Strategien sind simpel und konzentrieren sich vor allem darauf, den Tag nicht gestresst zu beginnen, sondern bewusst und entspannt die erste Mahlzeit des Tages zu genießen und wahrzunehmen, lange Hungerperioden zu vermeiden und zu lernen, Anspannung wahrzunehmen und durch Atmung bewusst zu verringern.

Das Feedback von Louisa nach ziemlich exakt 4 Wochen war super positiv. Es bereitete ihr keine Probleme, die oben genannten Tipps in den Alltag zu übernehmen. Schon nach kurzer Zeit konnte sie feststellen, dass vor allem der ruhige Start in den Tag und die regelmäßigen Mahlzeiten die Hungerattacke zu Hause im Keim erstickte. In nur 4 Wochen hatte Louisa sogar 3 kg abgenommen.

Coaching gibt Menschen die Möglichkeit, dass jemand von außen Zusammenhänge erkennt, für die man selbst blind ist. Kleine Hinweise und die gemeinsame Erarbeitung von Strategien, die zum Alltag der Person passen, können damit ohne Diät oder intensives Sportprogramm schon eine Entwicklung anstoßen, die anderweitig nicht möglich gewesen wäre.

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