Wie wir aus unseren Fehlern garantiert nichts lernen.

Wir können selbst entscheiden, ob wir Fehler als Lerngelegenheit nutzen.

Fehler sind doof. Man kann es nicht wirklich schönreden. Fehler und Niederlagen, ob beruflich, privat oder im Sport, sind ein Angriff auf unser Selbstbild und Selbstbewusstsein. Niemand möchte gern mit einem Vorhaben oder Plan Schiffbruch erleiden, wenn er wählen könnte. Wir alle sind lieber erfolgreich, um vor uns selbst und anderen gut da zustehen.

Scheitern ist Teil unseres Lebens

Dabei ist Scheitern ein Teil unseres Lebens. Schon kleine Babies versuchen hunderte Male aufzustehen, bevor es ihnen endlich gelingt. Jeder Versuch ist dabei Teil eines Lernprozesses und schafft die Voraussetzungen für den späteren Erfolg.

Schon Babies bleiben hartnäckig, wenn etwas nicht funktioniert
Photo Credit: Esi Grünhagen auf Pixabay

Auch als Erwachsener werden wir Misserfolge erleben, wenn wir Neues probieren. Nur, wenn wir immer tun, was wir bereits können, ist ein Scheitern relativ unwahrscheinlich. Das heißt aber auch, dass wir nicht besser werden, uns nicht weiter entwickeln, nichts Neues lernen und kein Risiko eingehen dürfen.

Fehler sind in der Regel unvermeidlich. Was den Unterschied macht, ob wir Fehler konstruktiv nutzen können, oder ob uns diese Fehler lähmen ist der eigene Umgang mit diesen Niederlagen.

Wie man nichts aus Fehlern lernt

Die beste Möglichkeit, um aus Fehler nichts zu lernen ist es, sie zu verleugnen. Dafür gibt es das schöne Bild, des toten Pferdes für das Scheitern. Man könnte das Pferd einfach für tot erklären und absteigen. Aber man kann das Pferd noch einmal neu satteln, ihm die Sporen geben oder ihm gut zureden, denn vielleicht ist es ja noch nicht ganz tot. Vielleicht wird es ja wieder. Man muss nur dran glauben.

Wir könnten
Photo Credit: Bhakti Iyata auf Pixabay

Die zweite sehr effektive Möglichkeit ist es, andere Personen oder Umstände zu finden, die schuld sind. Diese Sichtweise hilft auch ungemein, um den gleichen Fehler immer wieder zu machen, denn man war ja sowieso nicht schuld.

Fehler als eine Lektion auf dem Weg zum Erfolg

Wenn wir jedoch ganz verrückt sind und Interesse haben, Fehler als eine Lektion zu sehen und etwas Positives daraus zu gewinnen, müssen wir ehrlich zu uns selbst sein. Das ist unbequem, aber der einzige Weg. Fehler sind dann eine Lektion auf dem Weg zum Erfolg und kein Versagen.

Ein guter Anfang ist eine Liste, auf der Faktoren eingetragen werden, die zum Misserfolg des Projektes beigetragen haben.

Wir können systematisch aus unseren Fehlern lernen, wenn wir e
Photo Credit: Philip Neumann auf Pixabay

Im nächsten Schritt setzt man all die Rahmenbedingungen in Klammern, auf die man keinen Einfluss hatte (Wetter, Krankheit…). Was übrig bleibt, sind Faktoren, die man beim nächsten Mal ändern und besser machen kann. Die einzelnen Faktoren bedürfen sicher weiterer Überlegungen, um sie beim nächsten Anlauf besser zu gestalten.

Die Identifikation von beeinflussbaren Faktoren kann dabei auch beinhalten, Freunde, gute(!) Kollegen oder Trainer einzubeziehen und sich deren externe Sicht der Situation anzuhören. Vermeidet dabei Mitmenschen, die glauben alles besser zu wissen oder die mit einem „das habe ich dir gleich gesagt“ die eigene Fehlersuche torpedieren, um sich selbst besser zu fühlen.

Versagen ist einfach die Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen, nur dieses Mal intelligenter! (Henry Ford)

 


Zum Weiterlesen auf meiner Seite:


Tipps zum Weiterlesen:

Tim Harford (2012): Trial and Error – Warum nur Niederlagen zum Erfolg führen. Rowohlt Taschenbuch.

Erik Kessels (2016): Fast Perfekt: Die Kunst hemmungslos zu scheitern. Wie aus Fehlern Ideen entstehen. Dumont.

Paul Watzlawik (2009):  Anleitung zum Unglücklichsein. Piper Taschenbuch (ein Klassiker!)

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