Was wir denken und fühlen, kann uns dick machen! (Teil 3)

Was wir denken, kann uns dick machen.

Dick werden wir nicht einfach, weil wir zu viel essen und uns zu wenig bewegen, auch wenn diese Faktoren sicherlich eine Rolle spielen. Das ganze System Mensch ist weitaus komplexer. Selbst das, was wir denken und fühlen, kann uns dick machen. Das klingt unglaublich. Wie dieser Zusammenhang zwischen dem Gewicht uns unseren Gedanken sowie Gefühlen aussieht, ist Gegenstand des folgenden Artikels.


Im 1. und 2. Teil dieser Serie (Es geht um viel mehr als Kalorien., Verbindung und unser Gewicht), habe ich bereits verschiedene, weitgehend unterschätze Faktoren vorgestellt, die einen Einfluss auf unser Gewicht und unser Essverhalten haben. Klickt einfach auf die farbig hinterlegten Links, um die vorigen Artikel dieser Serie zu lesen und mehr wertvolle Informationen zu sammeln.


Unsere Gedanken können dazu beitragen, dass wir übergewichtig werden.
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Denken, Fühlen und das Gewicht

Wir sind uns in der Regel durchaus dessen bewusst, dass unsere Ernährung und auch das Ausmaß an körperlicher Bewegung ihren Beitrag dazu leisten, ob wir übergewichtig sind. Sich aber nur auf diese Faktoren zu konzentrieren, greift zu kurz. Denn auch das, was wir über uns selbst denken und wie wir mit Gefühlen umgehen, hat einen immensen Einfluss darauf, wie und was wir essen, aber auch auf das Gleichgewicht der Neurotransmitter, Hormone und Bakterien in unserem Körper. Diese wiederum beeinflussen unsere Stimmung, Hunger, Appetit und Sättigung, Schlaf, Energie und vieles mehr.

In den folgenden Abschnitten werde ich drei Aspekte aufgreifen, die von zentraler Bedeutung sind und Lösungsansätze gleich mitliefern!

Unser Selbstbild beeinflusst, wie wir uns verhalten, auch unser Essverhalten.
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Selbstbild

Unser nach außen dargestelltes Selbstbild (kompetent, selbstbewusst etc.) weicht oft meilenweit davon ab, wie wir uns innerlich fühlen. Die Ursachen für diese Diskrepanz können vielfältig sein. Oftmals basieren sie auf Rückmeldungen über uns als Person, die wir schon in der Kindheit bekommen haben. Das können Aussagen von Eltern, Lehrern, Verwandten, aber auch Gleichaltrigen sein. Meistens waren sie gar nicht böse gemeint, haben aber dennoch einen bleibenden und oft unbewussten Abdruck hinterlassen. Botschaften, die unser Selbstbild immens beeinflussen können sind z. B.:

  • Du bist einfach viel zu blöd, um Mathe zu verstehen.
  • Du bist genauso wie dein Vater.
  • Deine Schwester ist viel hübscher als du.
  • Du hast einfach die dicken Gene unserer Familie geerbt.
  • Du bist total unsportlich.

Das Tragische daran ist, dass wir als Kind derartige Aussagen von anderen Menschen nicht hinterfragen, sondern direkt in unser Selbstbild integrieren. Vor allem Aussagen, die wir vor dem 6. Lebensjahr hören, werden als wahr akzeptiert und landen im Unterbewusstsein [1]. Später merken wir nicht einmal, dass diese Botschaften unser Selbstbild und Verhalten beeinflussen.

Das Feedback, das wir als Kinder bekommen, fließt oftmals direkt in unser Selbstbild mit ein.
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“Kognitive Dissonanz”

Diese Diskrepanz zwischen der Außendarstellung und dem, wie wir uns fühlen und was wir über uns glauben, ist mehr als unangenehm. In der Psychologie wird dies als “kognitive Dissonanz” bezeichnet. Um damit nicht ständig konfrontiert zu werden, kompensieren wir häufig dieses ungute Gefühl.

Mechanismen, die uns zumindest kurzfristig das Gefühl geben “zu helfen”, können sein: Essen, Shoppen, Glücksspiel, Drogen, Alkohol oder auch exzessives Feiern. Leider sind das oftmals die einzigen Strategien, die wir gelernt haben. Wir merken sehr wohl, dass sie nicht wirklich helfen, sondern uns nur ablenken oder betäuben, aber wir wissen nicht, was wir statt dessen tun könnten. Ein großer Nachteil dieser kurzfristigen Strategien ist zusätzlich, dass wir uns daran gewöhnen und immer mehr davon brauchen, um den gleichen Effekt zu erreichen. Das kann fatale Auswirkungen haben (Ess-Sucht, Spielsucht…).

Kognitive Dissonanz ist unangenehm, wir versuchen diese Lücke zwischen Selbstbild und Außendarstellung zu kompensieren, um uns besser zu fühlen.
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Lösungsansatz

Wir sind alle einzigartig und die Welt braucht uns mit allen unseren Fähigkeiten und Eigenschaften. Frieden mit unserer Vergangenheit und unserem Körper zu schließen ist essenziell, um unser Selbstbild positiv zu beeinflussen. Coaching kann dabei helfen, den Blickwinkel zu verändern (schreib mir einfach für einen kostenfreien unverbindlichen Termin an schauenberg@kensho.de).

Eine simple Strategie ist es, damit zu beginnen, uns selbst jeden Morgen beim Blick in den Spiegel zu loben! Selbst ein „Hey, schön Dich zu sehen!“ kann ein guter Anfang sein. Wenn wir nicht unser Unterbewusstsein umprogrammieren, werden wir es nicht auf Dauer schaffen, unsere Handlungen (und die daraus folgenden Ergebnisse) zu verändern. Im Coaching werden Strategien maßgeschneidert, um für dich zu funktionieren.

Im Coaching werden Strategien maßgeschneidert.
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Emotionen

Unangenehme Emotionen zu unterdrücken oder zu ignorieren, weil wir sie als bedrohlich und unangenehm empfinden, ist weit verbreitet. Dann beginnen wir jedoch nach Strategien zu suchen, damit es uns wieder besser geht und wir die unschönen Gefühle nicht zu spüren müssen. Essen oder auch Alkohol sind für viele Menschen sicherlich die zentralen Strategien. In dem Moment, in dem wir essen oder trinken, sind wir zumindest abgelenkt. Ein voller Magen oder Alkohol im Blut betäuben in gewissem Maße auch darüber hinaus. Langfristig verschärfen wir aber bestehende Probleme, denn wir lösen sie nicht. Unzufriedenheit, Frust, Langeweile oder Zorn bleiben bestehen, die sie verursachenden Situationen ebenfalls. Wir vermehren sogar unsere Unzufriedenheit und die unvermeidliche Gewichtszunahme sorgt für noch mehr Stress.

Essen oder Alkohol scheinen kurzfristig dafür zu sorgen, dass es uns besser geht.
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Lösungsansatz

Glücksgefühle kommen nicht von außen, sie entstehen in unserem Inneren. Sie werden durch unser körpereigenes Belohnungssystem erzeugt, wir müssen nur wissen, wie es funktioniert. Serotonin (ein Neurotransmitter, der unser Wohlbefinden fördert) wird beispielsweise auch durch Sonnenlicht und ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse!) gebildet. Aber auch schöne Erlebnisse, wie ein Spaziergang, ein Sonnenuntergang, ein geliebtes Hobby, Kreativität und Zeit mit richtig guten Freunden sorgen für ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit. Manchmal brauchen wir dann gar nicht mehr die Schokolade, das Essen oder den Wein, um uns gut zu fühlen.

Emotionen zu benennen, kann ebenfalls helfen, den Umgang mit ihnen zu erleichtern. Wenn ich ausspreche, dass ich wütend bin, kann ich dafür eine Lösung suchen. Wenn ich wütend bin, aber versuche, das zu unterdrücken, wird die Wut mich unzufrieden uns langfristig krank machen, während sich an der Situation selbst nichts ursächlich ändert.

Unsere Gefühle zu unterdrücken macht uns unzufrieden und krank.
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Gedanken

Wir haben jeden Tag 60.000 – 70.000 Gedanken, der Großteil sind – erstaunlicherweise – die gleichen Gedanken wie am Tag zuvor [1]. Unsere Tendenz, negative Gedanken zu wiederholen, macht dies so explosiv. Wenn wir unglücklich sind, uns Sorgen machen, alte Erlebnisse immer wieder aufleben lassen oder Vergangenes bereuen, fühlen wir uns schlecht, behandeln uns schlecht und treffen deswegen keine guten Entscheidungen (bspw. hinsichtlich Bewegung & Ernährung). Da wir uns körperlich dann noch schlechter fühlen, folgen diesem Zustand mehr negative Gedanken. Gefühle und Gedanken verstärken sich dabei gegenseitig in einer Spirale und je häufiger wir dies tun, desto automatischer laufen diese Vorgänge ab. Unser Gehirn liebt Denkgewohnheiten, ob sie uns gut tun oder schaden spielt dabei keine Rolle.

Unser GEhirn liebt Denkgewohnheiten, ob sie uns nun gut tun oder schaden, spielt keine Rolle.
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Lösungsansatz

Stoppe die negative Gedankenspirale, wenn sie dir bewusst wird. Überlege dir ganz bewusst etwas Schönes, etwas worüber du glücklich oder wofür du dankbar sein kannst. Nur weil wir etwas denken heißt das nicht, dass es wahr ist, es ist nur ein Gedanke! Mache dir das bewusst.

Das mag am Anfang schwierig sein, weil wir sicherlich einige Zeit brauchen, um überhaupt zu bemerken, dass wir wieder in alte Denkmuster verfallen sind. Mit der Zeit geht das aber immer besser, Durchhaltevermögen ist hier entscheidend. Vielleicht hilft es dir, ganz bewusst in Gedanken “STOP” zu sagen und einen positiven Gedanken zu beginnen. Ob das etwas ist, worauf du dich freust, ein schönes Erlebnis aus der Vergangenheit, etwas worauf du stolz bist oder einfach die Chance, den jetzigen Moment bewusst wahrzunehmen, ist zweitrangig.

Über diese Technik bilden sich schrittweise neue Denkgewohnheiten, während eingefahrene Denkmuster aufgeweicht werden.

Neue Denkgewohnheiten bilden sich nur durch Wiederholung.
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Wir sind, was wir denken und fühlen

Wir sind das, was wir tagtäglich denken und fühlen. Es prägt unser Handeln, den Umgang mit unseren Mitmenschen, formt unsere Gewohnheiten und unseren Charakter. All diese Aspekte bestimmen, wie wir mit uns selbst umgehen, was wir essen, wie wir uns bewegen, wie wir mit unangenehmen Situationen oder Fehlern umgehen.

Wenn wir uns dieser Mechanismen bewusst werden und sie schrittweise verändern, ist das der Beginn für mehr Wohlbefinden und Gesundheit, weil sich unser ganzes Leben damit komplett verändern wird. Je weniger wir essen müssen, um uns gut zu fühlen oder abzulenken, weil wir gelernt haben, direkt mit Situationen umzugehen, desto einfacher ist es, unser Wohlfühlgewicht zu finden und wirklich zufrieden zu sein.


Hier gibt es die ersten beiden Teile dieser Serie:


Ressource & Idee zum Weiterlesen:

[1] Joe Dispenza (2012): Breaking the Habit of Being Yourself. How To Lose Your Mind And Create A New One. Hay House UK. (In Deutsch: Ein neues Ich. Wie Sie Ihre gewohnte Persönlichkeit in vier Wochen wandeln können.)

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