Gesundheitsspanne – das Schlüsselwort, über das niemand spricht

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Wir alle möchten gern alt werden. Doch schwingt auch etwas Skepsis bei dem Thema mit, wenn wir an alte Menschen denken, die auf Pflege angewiesen und stark eingeschränkt sind. Alt werden wollen wir schon, aber nicht so. Das Thema Gesundheitsspanne ist hier das entscheidende Schlüsselwort. Praktisch niemand spricht darüber und doch meinen wir Gesundheitsspanne, wenn wir vom Altwerden sprechen. Was es damit auf sich hat und wie wir sie erreichen können, soll das Thema für meinen heutigen Beitrag sein. Am Ende werde ich dir 7 Tipps (+ 2 als Bonus) mit auf den Weg geben, um gleich heute zu starten.


Hier kannst du diesen Artikel auch HÖREN! 🙂

Die große DIÄTEN-LÜGE | Ep. #10 Dr. Magdalena Schauenberg

Die große Diäten-Lüge sorgt dafür, dass wir immer  wieder enttäuscht werden und uns selbst das Versagen bei einer Diät  zuschreiben. Ich wusste es doch, ich habe „zu wenig Willenskraft“.  Danach fühlen wir uns schlecht und greifen erst recht zu Keksen und  Schokolade. Heute möchte ich zeigen, warum es nicht deine Schuld ist,  wenn Diäten nicht funktionieren und worin diese Diäten-Lüge eigentlich  besteht! Diese Episode gibt es auch als Artikel auf meiner Seite: https://magdalenaschauenberg.de/2020/12/13/diaeten-luege/ Exklusiver Rabattcode für fitfighters-Online: PODCAST (15% Rabatt auf den kompletten Onlinekurs!) Hier findest du den Kurs: https://elopage.com/s/KenshoAcademy/fitfighters-leb-endlich-los Hier die versprochenen Artikel & Podcast Episoden: FASTEN  Artikel: https://magdalenaschauenberg.de/2020/06/28/fasten/ Podcast: https://anchor.fm/dr-magdalena-schauenberg/episodes/FASTEN–neumodischer-Unsinn-oder-Wunderwaffe—Ep–09-e15tt72 INSULIN Artikel: https://magdalenaschauenberg.de/2020/06/07/insulin/ Podcast: https://anchor.fm/dr-magdalena-schauenberg/episodes/Macht-INSULIN-uns-dick—Ep–08-e15tt6v
  1. Die große DIÄTEN-LÜGE | Ep. #10
  2. FASTEN – neumodischer Unsinn oder Wunderwaffe? | Ep. #09
  3. Macht INSULIN uns dick? | Ep. #08
  4. Du bist GENUG, genauso wie Du bist! | Ep. #07
  5. Warum die QUALITÄT unserer Nahrung so viel wichtiger ist als die QUANTITÄT. | Ep. #06

Lebensspanne vs. Gesundheitsspanne

Wir alle wünschen uns, alt zu werden. Aber dennoch wünschen wir uns keineswegs, im Rollstuhl zu sitzen, oder gepflegt werden zu müssen, wenn wir alt sind. Das, was wir uns eigentlich wirklich wünschen ist, gesund alt zu werden und so lange wie möglich aktiv körperlich und geistig am Leben teilhaben zu können. Das nennt man Gesundheitsspanne. Wenn wir alt und gesund sind haben wir genug Zeit, Kraft und alle erforderlichen Fähigkeiten, uns um die Dinge zu kümmern, die uns wirklich wichtig sind, anstatt uns um unsere Krankheit kümmern zu müssen.

Das was wir uns eigentlich wirklich wünschen ist, gesund alt zu werden und so lange wie möglich aktiv körperlich und geistig am Leben teilhaben zu können. Das nennt man Gesundheitsspanne.
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Je größer die zeitliche Differenz zwischen Gesundheitsspanne und Lebensspanne ist, desto länger ist die verbleibende Zeit, in der wir krank und abhängig sind. Wenn wir 80 Jahre alt werden, aber bereits mit 65 Jahren kaum noch laufen können, Diabetes, einen Bypass und Übergewicht haben, geht viel Lebensqualität verloren. Dann haben wir immernoch 15 Jahre, in denen wir uns weder körperlich noch geistig so betätigen können, wie wir uns das für unseren „Ruhestand“ immer gewünscht haben.

Das ist nicht unser Traum vom Alter, denn eigentlich möchten wir Reisen, Zeit mit unserem Partner, Kindern und ggf. Enkeln verbringen, fit sein, Spaß an Bewegung haben und schmerzfrei sein. Und viel davon haben wir selbst in der Hand, das ist eine gute Nachricht.

Wie erreiche ich eine lange Gesundheitsspanne?

Unsere Gesundheitsspanne ist das Ergebnis unserer Resilienz, also Widerstandskraft, gegenüber Stress, Traumata und täglichen kleineren Herausforderungen. Diese Widerstandskraft betrifft unsere kognitive Gesundheit (also Denken, das Gehirn etc.) sowie die physische Gesundheit in Form von Muskeln, Knochen etc. Oft sind wir in einem oder sogar beiden Bereichen stark eingeschränkt, lang bevor wir sterben [1].

Unsere kognitive und physische Gesundheit bestimmen, wie lange wir gesund bleiben, während wir älter werden.
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Alzeimer und Demenz bewirken einen enormen Abbau unserer kognitiven Fähigkeiten. Muskelschwäche, Herzerkrankungen, entzündliche Prozesse oder Übergewicht bewirken, dass wir körperlich immer mehr eingeschränkt sind. In jedem Fall sind es genau diese Erkrankungen, die heutzutage am häufigsten dazu führen, dass ältere Menschen nicht die erhoffte Lebensqualität erleben können. Und genau diese Erkrankungen werden auch uns im Alter betreffen, wenn wir heute so leben, als wären wir absolut unverwundbar.

Das Problem mit der modernen Medizin

Die moderne Medizin ist wirklich ein Segen, wenn ein Notfall besteht, wir operiert werden müssen, einen Knochen gebrochen ist oder wir eine Lungenentzündung haben. Diese Medizin sorgt für eine Verlängerung unseres Lebens nach einem Herzinfarkt oder mit der Hilfe von Stents oder der Dialyse. Diese Akut-Maßnahmen verlängern die Lebensspanne, meistens aber nicht die Gesundheitsspanne!

Die Akut-Maßnahmen der modernen Medizin verlängern die Lebensspanne, meistens aber nicht die Gesundheitsspanne!
Sasin Tipchai auf Pixabay

Bei den heute am häufigsten verbreiteten chronischen Erkrankungen ist es jedoch zu spät, wenn mit der Behandlung dann begonnen wird, wenn das Problem (sprich Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankung) bereits da ist. Die Prävention, also Vermeidung dieser Erkrankungen ist im heutigen medizinischen System leider nur wenig relevant, vermutlich auch, weil das nicht gewinnbringend ist. An gesunden Menschen kann man kein Geld verdienen. Dennoch wäre gerade hier Prävention enorm wirkungsvoll und simpel und könnte einen großen Teil dieser Erkrankungen komplett verhindern und unsere Lebensqualität erhalten. Hier ist auf unserer Seite ein Umdenken erforderlich. Wir müssen Verantwortung für unsere eigene Gesundheit übernehmen!

Chronische Erkrankungen & Prävention

Diese Wohlstandserkrankungen entwickeln sich in der Regel über Jahre und sogar Jahrzehnte und sind eher das Resultat davon, dass wir zu viel von etwas haben als Folge eines Mangels zu sein: zu viel Zucker, zu viel hochverarbeitete Lebensmittel, zu viele chemische Zusatzstoffe und Toxine, zu viel Stress und zu viel Sitzen. Lange bevor wir erkranken, können wir mit einfachen Veränderungen unseres Lebensstil die Balance wieder herstellen. Dafür dürfen wir jedoch die ersten Symptome oder Anzeichen nicht einfach ignorieren.

Unser Lebensstil beeinflusst unsere Gesundheitsspanne lange, bevor wir Symptome spüren.
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Weit bevor Blutzucker und Insulin unseren Körper schädigen (Diabetes Typ 2), unsere Herzkranzgefäße nicht mehr durchlässig und hoch entzündet sind (Herzerkrankungen) oder unser Gehirn nicht mehr optimal arbeiten kann, weil es z. B. keine Glukose mehr verstoffwechseln kann (Alzheimer), können wir den Körper unterstützen, in Balance zu bleiben. Denn wenn wir einmal eine dieser Diagnosen bekommen, ist das Leid groß. Wir bereuen Entscheidungen, die wir getroffen haben, können sie aber nicht mehr rückgängig machen.

Gesundheitsspanne – eine Frage der Prävention

Warum sollten wir also warten bis wir krank sind, bevor wir beginnen, unsere Gesundheit ernst zu nehmen? Und warum sollen wir dann hoffen, dass es uns besser geht, indem wir Medikamente schlucken, die oftmals die Symptome unterdrücken, ohne dem Körper zu helfen, seine verlorene Balance wiederzuerlangen? An der grundlegenden Erkrankung ändern die meisten Medikamente nichts.

Unsere Gesundheitsspanne können wir kaum mit Medikamenten verlängern.
Michal Jarmoluk auf Pixabay

Wir haben nur diesen einen Körper, bis zum Ende unseres Lebens. Wir selbst müssen auch die Folgen dessen „ausbaden“, was wir unserem Körper über viele Jahre angetan haben und nicht jemand anderes. Aber die späteren Konsequenzen bringen wir leider oftmals nicht damit in Zusammenhang, wie wir in den letzten 5, 10 oder 20 Jahren mit unserem Körper und unserer Gesundheit umgegangen sind.

Mit unseren Autos – für die es übrigens Ersatzteile gibt – gehen wir deutlich sorgsamer um. Wenn das nicht eine merkwürdige Prioritätensetzung ist.

Die klassischen chronischen Erkrankungen

Die chronischen Erkrankungen, die uns heutzutage zu schaffen machen und 2/3 aller Todesfälle verursachen, sind Artheriosklerose (Herzerkrankungen und Schlaganfall), Krebs und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz und Parkinson. Diese Auflistung gilt nur, wenn wir nicht rauchen. Für Raucher tauchen Lungenerkrankungen in dieser Liste ebenfalls auf (COPD, Lungenkrebs etc.). Das Kontinuum von Insulinresistenz bis hin zu Diabetes macht ALLE dieser Erkrankungen schlimmer und wirkt praktisch wie ein Brandbeschleuniger [1].

Einer der ersten und besonders wirkungsvollen Schritte für eine lange Gesundheitsspanne ist damit auf jeden Fall, Diabetes zu verhindern!

Unsere Ernährung ist ein zentraler Faktor zur Vermeidung von Diabetes.
Galina Afanaseva auf Pixabay

Brandbeschleuniger Diabetes

Diabetes bleibt oft unentdeckt oder wird spät diagnostiziert. Schaden nimmt unser Körper schon weit eher, sobald die Anforderungen an unseren Körper, mit Kohlenhydraten umzugehen, seine Fähigkeit übersteigen, in Balance zu bleiben. Diese Toleranz ist individuell. Manche Menschen können Getreideprodukte in ihrer Ernährung gut vertragen und hier und da auch Zucker konsumieren. Andere Menschen haben eine extrem niedrige Kohlenhydrattoleranz, die umso geringer ist, je mehr unser Körper schon aus der Balance geraten ist. Indikatoren können beispielsweise ein großer Bauchumfang, sowie erhöhte Blutzucker-, Insulin- und Triglyceridwerte sein.

Um unsere Gesundheitsspanne zu erhalten, sollten wir auf frühe Warnzeichen achten.
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Diabetes ist – neben Rauchen – ein großer Risikofaktor für Herzerkrankungen, Krebs und Neurodegenerative Erkrankungen [1,2]. Und nur, weil wir kurz unterhalb der diagnostizierten Schwelle für Diabetes liegen („Pre-Diabetes“) heißt das nicht, dass wir unserem Körper noch keinen Schaden zufügen. Von den ersten Anzeichen, dass unser Körper Schwierigkeiten hat, mit der aufgenommenen Menge an Kohlenhydraten umzugehen bis hin zur Diagnose von Diabetes Typ 2 ist es ein Kontinuum. Eine definierte Schwelle für unseren Langzeitblutzucker wiegt uns jedoch fälschlicherweise in Sicherheit, dass ja noch alles „OK“ ist.

Risikofaktoren für Diabetes

Vielen von uns ist sicherlich bekannt, dass die Aufnahme von viel Zucker ein Risikofaktor dafür ist, Diabetiker zu werden. Aber auch die so genannten „stärkehaltigen“ Kohlenhydrate aus Brot, Reis, Nudeln und Gebäck tragen enorm dazu bei, wie stark wir unsere Kohlenhydrattoleranz strapazieren.

Zucker fördert Diabetes und wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf viele chronische Krankheiten.
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Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, welche die Aufnahme von Kohlenhydraten betrifft. Auf der anderen Seite haben wir die individuelle Fähigkeit unseres Körpers mit genau diesen Kohlenhydraten umzugehen bzw. sie zu verbrauchen. Unser Körper kann beispielsweise dann schlechter mit Kohlenhydraten umgehen, wenn er nicht weiß, wo er diese speichern soll, weil bspw. Leber und Muskelspeicher bereits voll sind oder wenig Muskulatur vorhanden ist [1]. Durch einen sitzenden Lebensstil verbrauchen wir auch deutlich weniger Kohlenhydrate, so dass die Speicher dauerhaft gut gefüllt sind und der Körper beginnen muss, Zucker in Fett umzuwandeln und in unseren Fettdepots (bevorzugt am Bauch) zu speichern.

Stress und Schlafmangel tragen entscheidend zum Risiko bei, Diabetes zu bekommen.
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In Addition dazu sind unbedingt Stress und Schlafmangel als zentrale Lebensstilfaktoren zu nennen, die durch eine Erhöhung des Cortisolspiegels (ein Hormon, das uns morgens aktiviert, aber im Zusammenhang mit Stress oftmals zu hoch oder zur falschen Zeit zu hoch ist), den Stoffwechsel weiter in Schieflage bringen.

Wo kann ich beginnen, meine Gesundheitsspanne zu erhalten?

Vielleicht (hoffentlich) bist du jetzt wild entschlossen, aktiv etwas zu tun, um deine Gesundheitsspanne möglichst zu verlängern und im Alter eine gute geistige und körperliche Mobilität genießen zu können. Für den Einstieg könnten dir folgende Tipps helfen:

  • Reduziere Zucker in deiner Nahrung und Getränken
  • Ergänze deine Mahlzeiten um viel Gemüse in allen erdenklichen Farben
  • Überlege, wie Du Getreideprodukte reduzieren kannst, beispielsweise indem du den Gemüseanteil einer Mahlzeit erhöhst und im Gegenzug weniger Nudeln, Reis oder Kartoffeln isst.
  • Steige auf natürliche und unverarbeitete Fette und Öle um, wie bspw. Avocado, Olivenöl und Kokosfett
  • Versuche die Pause zwischen den Mahlzeiten auf mindestens 3 Stunden auszudehnen, ohne zu snacken (4 oder 5 Stunden sind die Steigerung)
  • Komm in Bewegung! Bewegung hilft den Blutzucker zu senken, verbessert die kognitiven Fähigkeiten durch die Steigerung der Gehirndurchblutung, verbessert die Knochendichte und das Herz-Kreislaufsystem
  • Entspann dich! Lerne, Stress mit Entspannung zu balancieren, dazu gehören Spazieren gehen, Yoga, Meditation, Lesen, Atemübungen oder bspw. Musik hören. Perfekt dafür ist unser Onlinekurs Avahanam – Stressfrei leben. Dort lernst du alles, was du brauchst, um mehr Balance in dein Leben zu bringen!
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Zum Hören (nur in Englisch):

6 Gedanken zu „Gesundheitsspanne – das Schlüsselwort, über das niemand spricht

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