DIRTY DOZEN: Das solltest du vermeiden.

Dirty Dozen-Gifte-Toxine-Gesundheit

Das DIRTY DOZEN sind die „schmutzigen 12“ – also genau das Gegenstück zu den „Clean 15“ aus dem letzten Artikel. Sie geben uns wichtige Infos für unsere Entscheidungen beim Einkauf von Obst und Gemüse. Warum Pestizide problematisch sind und ob uns Bio-Produkte helfen können, weniger Gifte aufzunehmen, sind darüber hinaus Themen des heutigen Artikels.

Was ist das DIRTY DOZEN?

Im letzten Beitrag habe ich die Clean 15 vorgestellt, also Gemüse- und Obstsorten, die meistens weniger mit Pestiziden belastet sind und daher in der Regel unproblematisch aus konventionellem Anbau erworben werden können. Im Gegensatz dazu steht heute das DIRTY DOZEN im Mittelpunkt. Das sind die 12 Sorten von Obst- und Gemüse, die in Tests immer wieder unrühmlich damit auffallen, dass sie besonders stark mit verschiedenen Pestiziden belastet sind. Bevor ich diese jedoch vorstelle, möchte ich zum Thema Toxine noch einige Infos liefern. Ich denke, dass es immer gut ist, nicht nur zu wissen WAS man tut, sondern auch WARUM. 🙂

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Photo Credit: Canva

Das Problem mit Pestiziden

Es gibt ungefähr 1000 verschiedene Pestizide, die weltweit in der Landwirtschaft verwendet werden dürfen [7]. Jedes Jahr vermutlich etwa 2,7 Milliarden Kilogramm dieser Gifte auf der ganzen Welt eingesetzt, von denen jedes unterschiedliche Eigenschaften hat und jedes auf seine Weise anders toxisch ist [7].

Da jedes dieser Pestizide (also Gifte) uns in einer „kleinen“ Dosis nicht sofort schadet, werden sie gern als „unbedenklich“ und „unschädlich“ bezeichnet. Aber die Frage ist nicht, ob sie uns SOFORT schaden (oder „umbringen“), das wäre nur bei akuter Vergiftung der Fall. Die Frage ist, was mit uns passiert, wenn wir dauerhaft viele kleine Mengen an Pestiziden über unsere Nahrung aufnehmen!

Chronische Belastung mit Toxinen

Wir müssen dabei berücksichtigen, dass sich viele Faktoren in unserem Leben addieren, wie z. B. Schimmelbelastung in der Wohnung im Kindesalter, Antibiotika während des Heranwachsens, Rauchen, Alkohol, Zusatzstoffe in Lebensmitteln sowie Chemikalien in Kosmetik und Körperpflege. Sie alle strapazieren die Entgiftungsfähigkeit unseres Körpers.

Toxine haben die Eigenschaft, sich im den Verlauf der Zeit im Körper anzureichern, vor allem in Fettgewebe und Gehirn. Damit kann die Addition von Kleinstmengen über die Zeit tatsächlich spürbare gesundheitliche Konsequenzen haben.

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Photo Credit: Canva

Eine chronischen Belastung mit Toxinen kann zahlreiche unterschiedliche Symptome hervorrufen und Krankheiten begünstigen. Dazu gehören bspw. Erschöpfung, Störungen der Gehirnfunktion [1,7], Störungen der Immunfunktion [1], die sich bspw. in Autoimmunerkrankungen, Gelenkschmerzen, Entzündungen, aber auch Migräne oder Gewichtszunahme äußern können. Auch die gesunde Entwicklung eines Kindes während der Schwangerschaft kann durch chronische Belastung mit Toxinen gefährdet werden [2,7]. Nachgewiesen sind im Zusammenhang mit chronischer Pestizidbelastung auch ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen, ernsthafte Erkrankungen der Atemwege, Nierenschäden, Störungen der Hormone und Autismus, [7].

Entgiftung ist individuell

Unsere Fähigkeit, diese Gifte wieder „loszuwerden“, ist individuell sehr verschieden und abhängig von zahlreichen Faktoren. Dazu zählen beispielsweise genetischen Variationen, unsere Vorbelastung mit anderen Toxinen, der generelle Gesundheitszustand, aber auch der Zustand von Leber (Entgiftung), Nieren und Darmflora.

Oftmals wissen wir nur eben leider nicht, ob wir zu den Menschen gehören, die gut entgiften können, oder ob unser Körper dies nicht optimal leisten kann. Folglich ist es durchaus sinnvoll, auf „Sicherheit“ zu spielen und die Entgiftungsfähigkeiten unseres Körpers nicht zu überlasten. Das bedeutet im Alltag beispielsweise, sorgfältig zu überprüfen, wie wir die Aufnahme von Pesiziden und anderen Giften reduzieren können.

Im Hinblick auf die Reduktion toxischer Belastung und einer möglichst langen Gesundheit, kann es ein kluger Schritt sein, bei der Ernährung zu beginnen!

Dirty Dozen Pestizide und Gifte vermeiden
Photo Credit: congerdesign auf Pixabay

Warum ist es besser, „BIO“ zu kaufen?

Mir ist bewusst, dass das Bio-Siegel und der Bio-Anbau nach europäischen Kriterien oft ein Kompromiss ist und damit sicherlich auch häufig nicht komplett transparent und ehrlich umgegangen wird. Dennoch haben wir als Verbraucher – wenn wir keinen eigenen Garten haben – nur die Chance, Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen. In der Bio-Landwirtschaft gibt es einfach ein paar Regelungen, die uns helfen können, weniger Giftstoffe mit der Nahrung aufzunehmen [3,4]. Daneben können aber auch kleine landwirtschaftliche Betriebe ohne (kostenspielige) Bio-Zertifizierung hochwertige Produkte anbieten. Es lohnt sich, zu recherchieren und bei diesen Betrieben oder auf dem Wochenmarkt einfach nachzufragen.

Bio-Pestizide-Toxine-Gesundheit
Photo Credit: Canva

Flächen und Produkte in der Bio Landwirtschaft dürfen beispielsweise nicht mit chemischen Pestiziden und Herbiziden versetzt werden [3]. Auch das ursprünglich als Antibiotikum(!!) patentierte Glyphosat darf nicht verwendet werden. Dieses Gift ist eine Katastrophe für unsere Bakterienflora im Darm, also unser MIKROBIOM und unsere Gesundheit. Ich bin noch immer schockiert, dass dieses „Teufelszeug“ in Deutschland überhaupt zugelassen ist. Genau um diesen Einsatz möglich zu machen wurden spezielle genetisch veränderte Pflanzen entwickelt, die dem Glyphosat standhalten können. Das ist meines Erachtens der – nach jetzigem Wissen – problematischste Teil genetisch veränderter Pflanzen: Sie können mit Giften behandelt werden, die so toxisch sind, dass „normale“ Pflanzen eingehen würden. Ich halte es für höchst bedenklich zu glauben, dass wir dieses Gift konsumieren können, ohne Schaden zu nehmen!

Toxine, Umwelt & Gesundheit

Darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, dass Insektizide, Herbizide und Pestizide Umwelt, Grundwasser und Luft verschmutzen, den Boden vergiften und nützliche Insekten vernichten. Ganze Ökosysteme und Nahrungsketten werden zerstört und sie sind eine starke gesundheitliche Belastung für die Menschen, die in der konventionellen Landwirtschaft arbeiten, sowohl hier in Deutschland als auch weltweit [6,7].

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Photo Credit: dife88 auf Pixabay

Was ist das DIRTY DOZEN?

Die im Folgenden genannten Früchte und Gemüsesorten stammen aus der aktuellen Liste der Environmental Working Group für das Jahr 2021 [5]. Bei diesen Sorten ist es besonders wichtig, Produkte in Bio-Qualität zu essen, um die Belastung mit Toxinen zu verringern. Noch besser ist natürlich für ALLE Sorten die Wahl des eigenen heimischen Anbaus. Leider ist das nicht für jeden von uns möglich!

Das Dirty Dozen:

  1. Erdbeeren
  2. Spinat
  3. Grünkohl, Blattkohl
  4. Nektarinen
  5. Äpfel
  6. Trauben
  7. Kirschen
  8. Pfirsiche
  9. Birnen
  10. Paprika & Chilies
  11. Staudensellerie
  12. Tomaten

Das Dirty Dozen – Gesundheit, Umwelt, Verantwortung

Wie vermutlich aus diesem Artikel bereits erkennbar ist, ist das Thema der „Dirty Dozen“ weit umfangreicher als nur die Vermeidung von Giftstoffen, die uns krank machen können. Sicherlich ist das für jeden von uns ein wichtiger Faktor und ich ermuntere Menschen gern, die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Dazu gehört definitiv auch, Giftstoffe zu vermeiden. Aber wir leben nicht in Isolation auf dieser Welt. Ohne Insekten, fruchtbare Böden, sauberes Wasser und Luft können wir nicht existieren. Aus diesem Grund treffen wir mit unserem Einkauf nicht nur eine Entscheidung für unsere eigene Gesundheit, sondern auch für die Gesundheit von anderen Menschen und unserer Umwelt!


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Quellen und Links zum Weiterlesen:

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11327394/

[2] https://link.springer.com/article/10.1007/s00787-006-0596-6

[3] https://werde-magazin.de/blog/2020/03/04/bioanbau-landwirtschaft/

[4] https://feldundstall.de/landwirtschaft/1939/

[5] https://www.ewg.org/foodnews/dirty-dozen.php

[6] https://foodrevolution.org/blog/dirty-dozen-clean-fifteen/

[7] https://foodrevolution.org/blog/pesticides-facts/

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