Jede Frau, die alt genug wird, ist früher oder später von den WECHSELJAHREN betroffen. In Deutschland leben etwa 42,2 Millionen Frauen. Mehr als die Hälfte dieser Frauen (25 Millionen) davon sind 40 Jahre und älter und damit im Einzugsbereich der Wechseljahre [1]. Und dennoch wird dieses Thema kaum oder nur hinter vorgehaltener Hand thematisiert. Warum?
Ich möchte heute zeigen, warum es wichtig ist, über die Wechseljahre zu sprechen und aufzuklären, dass es um weit mehr geht als um Hitzewallungen, sondern auch um Depressionen, Herzerkrankungen, Gewichtszunahme, Gelenkschmerzen und Alzheimerrisiko und auch, warum das keineswegs peinlich ist oder sein sollte.
Hier kannst du diesen Artikel auch als PODCAST hören (Ep. #51):
DIE WECHSELJAHRE – warum wir unbedingt darüber sprechen sollten | Ep. #51 – Dr. Magdalena Schauenberg

Und ich hoffe, dass du, auch wenn du ein Mann bist, diesen Artikel bis zum Ende liest. Schließlich sind praktisch alle Männer in irgendeiner Form früher oder später auch mit den Wechseljahren konfrontiert, sei es durch die Partnerin, Schwester oder Arbeitskolleginnen. Dann ein bisschen Bescheid zu wissen, ist ein großer Pluspunkt.
Was sind eigentlich die Wechseljahre?
Die Wechseljahre sind so etwas wie eine 2. Pubertät für Frauen. Sie markieren den Übergang von einem Alter, in dem Frau (theoretisch oder praktisch) Kinder bekommen kann (also fruchtbar ist) hin zu einem Alter, in dem dies nicht mehr möglich ist. Eigentlich ganz einfach.
Bei den meisten Frauen ist es so etwa mit 50 oder 51 Jahren der Fall, dass ihre Eierstöcke alle Reserven aufgebraucht haben und in den „Ruhestand“ gehen (= Menopause). Wie bei jedem statistischen Durchschnitt gibt es jedoch auch hier Abweichungen. Etwa 1% aller Frauen erreichen diesen Punkt, schon mit 40 Jahren, etwa jede 1000. Frau schon mit 30 Jahren [2].
Aber das ist natürlich kein Wechsel, der über Nacht passiert, sondern ein Prozess. Er kann sich über 7 oder 8 oder sogar bis hin zu 15 Jahren hinziehen und selbst danach ist keineswegs „alles gut“, wie wir oft glauben. Aber gleich dazu mehr. Der Beginn der Wechseljahre liegt also im Durchschnitt irgendwo im Zeitraum, wenn Frauen Ende 30 oder Anfang 40 sind. Der Zeitpunkt, wenn die Eierstöcke tatsächlich in den Ruhestand gehen, markiert quasi den Endpunkt dieses hormonellen Umbruchs und das ist die Menopause oft etwa 10 Jahre später.
Wechseljahre? Da hat man doch Hitzewallungen?
Jetzt wissen wir schon, dass Wechseljahre keineswegs Frauen betreffen, die 60 oder älter sind, sondern in einem deutlich jüngeren Alter beginnen. Aber was haben wir sonst so gehört über das Thema?
Ja klar, diese Frauen leiden unter Hitzewallungen, in den unpassendsten Momenten und auch nachts. Aber Hitzewallungen sind nur eins von zahlreichen Symptomen und darüber hinaus tauchen sie auch noch relativ spät im Zeitraum der hormonellen Veränderungen auf, sind also keineswegs typisch, um den Beginn der Wechseljahre zu erkennen. Hitzewallungen können sogar viele Jahre nach der Menopause andauern, selbst einzelne Frauen in ihren 80ern erleben sie.
Wenn nun Frauen mit Ende 30 oder Anfang 40 plötzlich schlechter schlafen, sich Gelenkschmerzen einstellen, Migräne häufiger wird, sie vergesslicher und reizbarer sind, sich permanent erschöpft fühlen und sich die unliebsamen Kilos auf der Waage stillschweigend, aber nachhaltig addieren, bringen sie das meistens nicht in den Zusammenhang mit den sich langsam anschleichenden Wechseljahren.
Leider stellen auch ihre Ärzte, zu denen sie mit diesen Symptomen gehen, oftmals nicht die Verbindung zu den Wechseljahren her, denn – es ist kaum zu glauben – in der Ausbildung zum Mediziner tauchen Wechseljahr (wenn überhaupt) nur am Rande auf.
Aber dennoch, sind sie (häufig) die ersten Zeichen dafür, dass sich bei einer Frau langsam etwas beginnt, zu verändern. Diese Veränderung betrifft praktisch alle Systeme im Körper. Immerhin sind Gelenkschmerzen, Vergesslichkeit, Erschöpfung und Gewichtzunahme komplett unterschiedliche Dinge, die wir eben (fälschlicherweise) nicht mit den Hormonen verbinden, die von den Eierstöcken produziert werden.
Wie viele Frauen leiden unter diesen Symptomen?
Unliebsame Symptome, die mit den Wechseljahren einhergehen, betreffen etwa 80% aller Frauen. Einige leiden mehr andere weniger. Bei manchen Frauen kann die Lebensqualität massiv eingeschränkt sein, wenn sich Schlaflosigkeit, Depressionen, Schmerzen, Vergesslichkeit, Gewichtzunahme und Stimmungsschwankungen addieren – wohlgemerkt über mehrere JAHRE.
Nicht nur für die Frauen selbst ist dies eine Belastung, sondern auch für die Beziehungen, die Partner und Kinder. Auch Kosten für Arztbesuche, MRT’s bei Gelenkschmerzen, Krankengeld und Arbeitsausfall könnten überzeugende Gründe sein, warum man mit den Wechseljahren auseinandersetzen sollte. Manche Institutionen werden erst dann hellhörig, wenn es um echte finanzielle Kosten geht.
Woher kommen nun diese Symptome?
Die Liste der Symptome ist noch weit länger als hier angesprochen und resultiert daraus, dass (zu Beginn der Wechseljahre) nicht mehr jeden Monat ein Eisprung stattfindet, denn der Vorrat an Eizellen nähert sich immer mehr dem Ende. Dadurch kommt es zunächst zu Fluktuationen im Spiegel des Hormons Progesteron, das plötzlich auch nicht mehr im richtigen Verhältnis zur bekannteren „Hormonschwester“ Östrogen steht.
Im Verlauf mehrerer Jahre und auch zwischen den einzelnen Zyklen kommt es zu Hochs und Tiefs dieser (und noch anderer Hormone). Da praktisch alle Zellen und Organe in unserem Körper Rezeptoren – also Andockstellen – für diese Hormone haben, kommt es zu einer Veränderung von deren Funktionen, wenn diese Hormone immer weniger werden.
Vorstellen kannst du dir das so, als dass die Zelle mit dem Rezeptor auf Nachrichten wartet, wie sie arbeiten soll – und diese Nachrichten, also die Hormone, tauchen zunächst unregelmäßig und dann gar nicht mehr auf.
Letztendlich bleiben Körper und Gehirn in einem „Hormonmangelstatus“ zurück, wenn dann irgendwann die „Menopause“ erreicht ist. Die Menopause ist als der Zeitpunkt definiert, wenn 1 Jahr keine Periode mehr stattgefunden hat. Also komischerweise wird dieser Punkt rückwirkend bestimmt. Leider ist es nicht so, dass ab diesem Zeitpunkt wieder „alles gut“ ist, denn die Hormonproduktion bleibt ja dauerhaft eingestellt.
Sind die Wechseljahre nicht natürlich?
Manchmal taucht die Frage auf, warum man sich denn mit den Wechseljahren so beschäftigen müsste, denn sie wären doch absolut natürlich. Frauen seit vielen Generationen haben die Wechseljahre irgendwie überstanden.
Dazu zwei Anmerkungen: Nur, weil etwas natürlich ist, heißt das ja nicht, dass wir es so hinnehmen müssen. Sonst dürfte es auch keine neuen Hüftgelenke oder Herzklappen geben, kein Insulin oder Schilddrüsenhormone. Und auch bei einem natürlichen Nachlassen unseres Sehvermögens, dürften wir dann nicht zur Lesebrille greifen.
Aber darüber hinaus ist es erst seit wenigen Generationen überhaupt der Fall, dass Frauen nach den Wechseljahren noch so viele Jahre ihres Lebens übrig haben und auch bei bester Gesundheit genießen möchten.
Noch vor wenigen hundert Jahren sind Frauen – falls sie überhaupt die Wechseljahre erreicht haben – kurz danach verstorben. Abgesehen vom in dieser Zeit fehlenden medizinischen Know How, war die Dringlichkeit, sich darum zu kümmern, einfach nicht gegeben.
Was ist mit der langfristigen Gesundheit?
Und es gibt noch einen wichtigen Grund, warum wir die Wechseljahre thematisieren und nicht stillschweigend durchleiden sollten: Lebensqualität ist vor allem im Zeitraum der Wechseljahre ein wichtiges Argument, sich damit auseinanderzusetzen, denn immerhin haben die Frauen oft noch ein Drittel bis die Hälfte ihres Lebens vor sich.
Aber fast niemand spricht davon, dass Frauen nach den Wechseljahren erhöhte Risiken für zahlreiche Erkrankungen haben wie z.B. Herzinfarkt, Alzheimers oder Osteoporose [3]. Viele dieser Erkrankungen schränken nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern sie verkürzen das Leben!
Zahlreiche Funktionen, wie bspw. ein gesunder Blutdruck oder starke Knochen sind an das Vorhandensein von Östrogen gebunden. Fehlt dieses Hormon hat dies zahlreiche Folgen, wie bspw. den Anstieg des Blutdrucks oder den Abbau der Knochen, um nur zwei Beispiele zu nennen.
ABER: Es spricht (noch) niemand darüber
Nun ist es zum Glück aber nicht so, dass Frauen den Wechseljahren hilflos ausgeliefert sein müssen, auch wenn das Thema noch immer stiefmütterliche behandelt wird.
Aufklärung ist meiner Meinung nach das Erste, was fehlt. Viele Frauen wissen einfach nicht, was in dieser Zeit in ihrem Körper passiert, und stellen den Zusammenhang zwischen Beschwerden und Hormonen einfach nicht her. Woher sollten sie es denn wissen? In der Schule wird es nicht gelehrt, Mütter und Großmütter haben meistens auch nicht offen über dieses „heikle Frauenthema“ gesprochen, auch, weil sie darüber nicht Bescheid wussten.
Aber was noch wichtiger ist als Informationen, sind Strategien, um mit den Veränderungen in Befinden, Körper und Geist gezielt umgehen zu können. Denn viele Strategien, die z. B. in den sozialen Medien kommuniziert werden, passen für junge Männer, aber nicht für Frauen und gleich gar nicht für Frauen in oder nach den Wechseljahren.
Wenn Frauen wissen, WARUM sie plötzlich zunehmen oder schlecht schlafen, WIE sich Prozesse in ihrem Körper verändert haben und nun einfach anders funktionieren und dann auch noch die richtigen Werkzeuge in ihrem Werkzeugkoffer haben, dann können sie souverän ans Werk gehen, anstatt ein Opfer ihrer Umstände zu sein.
Informiertheit, um Entscheidungen zu treffen und das Wissen, selbst etwas für die Verbesserung der Lebensqualität tun zu können, sind enorm wichtige Einflussfaktoren, um Frauen in dieser Zeit Unterstützung und Handlungssicherheit zu geben.
Spannende Neuigkeiten
Und weil mir das persönlich so wichtig ist, Frauen zu unterstützen und ihnen Handlungs- und Entscheidungssicherheit zu geben, gibt es meinen Onlinekurs für Frauen, als Wegweiser durch die Wechseljahre.
Er nennt sich MeinHormonkurs und ist unter https://meinHormonkurs.de zu finden. Im Moment kannst du dich bereits für den 6. Kursdurchgang ab 10.03.2026 anmelden. Mehr Infos zum Kurs findest du im folgenden verlinkten Post.
Willst du direkt zur Anmeldeseite und das Feedback der Kursteilnehmerinnen lesen, die Daten der Module und Kursinhalte erfahren, dann klicke einfach auf den folgenden Button:
Ich möchte mit diesem Kurs möglichst viele Frauen zu Beginn, in und nach den Wechseljahren an die Hand nehmen und durch diese herausfordernde Zeit der zweiten Pubertät geleiten, damit sie ihr Leben und all die Jahre danach selbstbewusst und vor allem gesund genießen können.
Mein Wunsch ist es, mit diesem Kurs die Unterstützung geben, die jede Frau verdient hat und oftmals dringend braucht. Alle Infos zum Kurs findest du auf https://meinHormonkurs.de, dort erfolgt auch die Anmeldung.
Worum geht es im Kurs?
Im Kurs werde ich Fragestellungen aufgreifen wie:
- Was verändert sich in den Wechseljahren, z. B. hinsichtlich Stoffwechsel, Psyche und Entzündungen?
- Welche Symptome sind Folgen der hormonellen Veränderungen und wodurch entstehen sie?
- Wie kann ich der unliebsamen Gewichtszunahme entgegentreten?
- Wie kann man die Zeit der Wechseljahre als Chance betrachten?
- Wie sollten Training, Schlaf und der Umgang mit Stress verändert werden?
- Welche Rolle können Nährstoffe, „alternative“ Medizin und Kräuter spielen?
- Und nicht zuletzt: Hormonersatztherapie – was sagt die neuere Forschung dazu?
- Mit welchen Strategien kann ich die häufigsten belastenden Symptome lindern?
Bald geht es los – ich kann es kaum erwarten
Ich freue mich schon auf dieses gemeinsame Kurserlebnis und kann den Start des nächsten Kurses (am 09.09.2025) kaum erwarten.
Vergesst bitte nicht, diesen Artikel, den dazugehörigen Podcast (Ep. #51) oder den Kurs selbst an Freundinnen, Schwestern und Arbeitskolleginnen weiterzugeben, denen diese Informationen hilfreich sein können, um endlich wieder zufriedener, unbeschwerter und selbstbestimmter zu leben!