Dr. Magdalena Schauenberg

Mein Geheimtipp gegen SPANNUNGSKOPFSCHMERZEN

Unangenehme Spannungskopfschmerzen gehören für viele Menschen (leider) zum Alltag dazu. Einfach eine Schmerztablette „einzuwerfen“, erscheint oft als eine schnelle Lösung. Gesund ist das auf Dauer aber keineswegs, denn unsere Leber ist mit dem Abbau der Medikamente schnell überlastet. Mit meinem Geheimtipp heute hast du eine simple Strategie an der Hand, die mir praktisch immer erstaunlich gut hilft.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Bevor wir zur Hilfe bei Spannungskopfschmerzen kommen, müssen wir erst einmal genauer in die Begrifflichkeiten und Definitionen einsteigen. Vielleicht ist es dir absolut klar, DASS du unter Spannungskopfschmerzen leidest, andere sind sich aber möglicherweise nicht ganz sicher, ob es sich dabei vielleicht nicht doch um eine andere Form von Kopfschmerzen handelt. Zunächst müssen wir zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen differenzieren [1].

Unterscheiden kann man zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen
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Bei den so genannten primären Kopfschmerzen sind diese das „eigentliche“ Problem, die Ursache ist oftmals unklar. Unterscheiden lassen sich dabei wiederum 3 Formen: Migräne, Clusterkopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen, um letztere soll es heute gehen.

Bei sekundären Kopfschmerzen liegen Entzündungen, Schmerzen, Erkrankungen oder Entzugserscheinungen als Auslöser der Kopfschmerzen zugrunde. Das können beispielsweise Infektionen sein, die mit Kopfschmerzen einhergehen, aber auch Probleme der Blutgefäße oder Verletzungen [1]. Der Entzug von Alkohol, Koffein oder Opiaten kann ebenso zu sekundären Kopfschmerzen führen, aber auch Histamin, oder die übermäßige Einnahme von Schmerzmedikamenten [7].

Kopfschmerzen sind keineswegs eine Seltenheit. Etwa 58% aller Frauen und 44% aller Männer in Deutschland berichten in einer Studie des RKI davon, im Verlauf eines Jahres mindestens ein Mal unter Kopfschmerzen zu leiden [2].

Was sind Spannungskopfschmerzen?

Um Spannungskopfschmerzen für dich leichter erkennbar zu machen, möchte ich in diesem Abschnitt zur Abgrenzung auch typische Symptome der anderen beiden Formen von primären Kopfschmerzen skizzieren. Als Grundlage dient die „International Classification of Headache Disorders (ICHD)“ [3]. Denk daran, dass deine Symptome nicht immer komplett typisch sein müssen, einen Anhaltspunkt wird dir der folgende Abschnitt sicherlich trotzdem liefern können.

So erkennst du Spannungskopfschmerzen

Wenn deine Kopfschmerzen nicht pochend sind, sondern eher drückend oder ziehend und sich der Kopf bei Berührung verspannt oder schmerzhaft anfühlt, handelt es sich vermutlich um Spannungskopfschmerzen [1,3]. Bezeichnenderweise werden sie auch (direkt aus dem Englischen übersetzt) als „Muskelkontraktionskopfschmerzen“ bezeichnet [7]. Diese Schmerzen können sich wie ein „Netz“ entlang der Kopfhaut ziehen oder eher vom Nacken kommend über den Hinterkopf in Richtung der Stirn. Oftmals fühlen sich Spannungskopfschmerzen auch an, als hättest du einen Helm auf dem Kopf, der viel zu eng ist. Auch der Nacken und der Übergang vom Nacken zu den Schultern kann verspannt und schmerzhaft sein. Die Empfindungen und Bereiche, in denen der Kopf schmerzt, kann von Personen zu Person variieren, sich aber auch bei einer Person von Mal zu Mal unterscheiden.

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Etwa 10% aller Frauen und fast 7% der Männer in Deutschland sind von Spannungskopfschmerzen betroffen [2]. Deutlich abweichend von diesen eher moderaten Zahlen kommt die Internationale Kopfschmerzklassifikation [3] sogar zu dem Schluss, dass 30-78% aller Menschen unter Spannungskopfschmerzen leiden. Sie dauern ca. 30 min bis hin zu mehreren Tagen und werden als leicht bis mittelstark klassifiziert. Die Stärke der Schmerzen bleibt in der Regel konstant und verstärkt sich nicht bei Bewegung. Erbrechen ist nicht typisch für Spannungskopfschmerzen, leichte Übelkeit ist aber möglich. Häufig lassen die Schmerzen durch Ruhe und Entspannung nach [3].

So erkennst du Migräne

Migräne, die zweite Form von primären Kopfschmerzen, verursacht pochende, pulsierende Schmerzen, häufig auf nur einer Seite des Kopfes (kann aber auch beidseitig sein) [1]. Sie können von mehren Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern. Fast 15% der Frauen, aber nur 6% der Männer in Deutschland erfüllen die kompletten Kriterien für Migräne [2]. Dazu gehören beispielsweise Übelkeit und/oder Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, visuelle oder sensorische Störungen vor oder während der Migräne (=Aura) und Verschlechterung der Schmerzen bei Aktivität.

Migräne und Hormone

Bei Frauen kann Migräne zyklusabhängig sein und steht dann im Zusammenhang mit Veränderungen im Hormonspiegel, häufig dem Abfall des Östrogenspiegels vor der Periode [4].

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Der zunehmende Abfall des Östrogenspiegels in den späten Wechseljahren kann zu einer Häufung von Migräne bei Frauen von Mitte bis Ende 40 führen (mehr dazu lernst du in meinem Onlinekurs ab 25.02.25). Auch, wenn es zahlreiche Möglichkeiten gibt, den Triggern für eine Migräne auf die Schliche zu kommen, können die meisten Frauen sich darauf freuen, dass die Migräne seltener wird, wenn erst einmal die Menopause da ist (Zeitpunkt 1 Jahr nach der letzten Periode). Nach der Menopause sind nämlich die triggernden Hormonschwankungen nicht mehr vorhanden. Migränepatientinnen sollten auch zu Beginn einer Hormontherapie (HRT) mit bioidentischen Hormonen darauf achten, dass die Dosis langsam gesteigert wird, um den Hormonspiegel langsam anzupassen und damit Migräneattacken vorzubeugen. Migräne selbst ist jedoch kein Ausschlusskriterium für eine menopausale Hormontherapie (auch, wenn das oft so kommuniziert wird) [5]!

So erkennst du Clusterkopfschmerz

Clusterkopfschmerzen sind eine Unterform der „trigemino-autonomen Kopfschmerzerkrankungen“ (TACs). Das musst du dir nicht merken, ich möchte es nur der Vollständigkeit halber einmal genannt haben. 🙂 Der Wortteil „trigemino“ stammt dabei von einem zentralen Nerv, dem Trigeminus, der auf beiden Seiten des Kopfes vom Ohr in Richtung Mundwinkel, Nase und Auge führt.

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Der Name Clusterkopfschmerzen stammt vom Auftreten dieser Beschwerden in Cluster-Perioden, in denen tägliche (bis zu 8 Mal täglich!) Kopfschmerzattacken häufig sind [6]. Manche Menschen mit episodischen Clusterkopfschmerzen haben über einige Monate häufig Clusterkopfschmerzen und erleben dann eine Pause (Remission), die Monate oder sogar Jahre dauern kann [6]. Die chronische Form bietet diese Entlastung leider nicht.

Clusterkopfschmerzen können 15 min bis hin zu 3 Stunden dauern, sie werden als stark oder intensiv bis hin zu unerträglich beschrieben. Oft treten sie einseitig um ein Auge oder an der Schläfe auf und werden als brennend oder stechend beschrieben. Die Patienten haben häufig das Bedürfnis, sich während einer Clusterkopfschmerzattacke zu bewegen. Begleiterscheinungen können ein tränendes Auge, laufende Nase, Schweißbildung im Gesicht und auch ein hängendes Augenlid (Ptosis) sein. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen, taucht diese Form häufig zu einer bestimmten Tageszeit oder auch nachts auf [3].

Mit der Schilderung der verschiedenen Kopfschmerzcharakteristika ist es für dich hoffentlich klar geworden, ob deine Kopfschmerzen sich als Spannungskopfschmerzen klassifizieren lassen. Leidest du unter Migräne, kann dir auch der folgende Artikel auf meiner Seite weiterhelfen (um den Artikel zu lesen, klicke einfach auf das Bild).



Auslöser von Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen werden auch als „Stress-Kopfschmerzen“ bezeichnet und gehen – wie beschrieben – mit viel Muskelspannung einher, die sowohl Nacken und Schultern als auch die kleinen Muskeln betreffen kann, die den Schädel umschließen. Andere Theorien wiederum legen nahe, dass die Muskelspannung nicht die Ursache der Schmerzen ist, sondern die betroffenen Menschen eine erhöhte Empfindlichkeit für Schmerzen haben. Die angespannte Muskulatur wäre danach dann eine Auswirkung des sensibilisierten Schmerzsystems [9].

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Über Stress hinaus, der bei den meisten Menschen ein Trigger für Spannungskopfschmerzen ist, werden aber noch weitere Ursachen genannt, dazu gehören [8,10,11]:

Um für dich herauszufinden, was diese Kopfschmerzen triggert, kann es hilfreich sein, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und rückwirkend zu überlegen, welche Faktoren dieses Mal die Auslöser für deine Kopfschmerzen gewesen sein können. So lässt es sich mittelfristig erreichen, die Häufigkeit der Kopfschmerzen zu reduzieren.

Mein Geheimtipp gegen Spannungskopfschmerzen

Häufige Spannungskopfschmerzen führen oftmals zu einer regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln. Was, wenn es auch anders geht?

Tatsächlich gibt es einen Geheimtipp, den ich gern mit euch teilen möchte. Dabei handelt es sich nicht nur um irgendeine „alternative“ Methode, sondern sie ist auch erforscht und wirkt in mehreren Studien sogar besser als die Schmerzmittel Paracetamol und Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin).

Worum es sich hier handelt ist 10%iges echtes Pfefferminzöl in ethanolischer Lösung (Alkohol), das großflächig auf Stirn und Schläfen oder auch die Nackenmuskulatur aufgetragen wird [11]. Wirksam sind vor allem die im Öl enthaltenen Terpene, wie z. B. Menthol, Menthon und Menthylacetat sowie weitere ca. 90 Spurenkomponenten [11].

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Bei 77,3% der Patienten, die mit Pfefferminzöl behandelt wurden, stellte sich innerhalb von 4 Stunden eine klinisch relevante Besserung ihrer Spannungskopfschmerzen ein. In der Placebogruppe besserten sich die Kopfschmerzen nur bei 27,3% der Patienten [11].

Warum dieser Tipp funktioniert

Es gibt verschiedene Mechanismen, um die Wirksamkeit dieses einfachen „Hausmittels“ zu erklären. Ich werde diese Mechanismen hier nur verkürzt darstellen. Wenn du weiterführendes Interesse hast, findest du unter dem Artikel die vollständige Studie verlinkt [11]. Vom gleichen Autor habe ich auch noch einen Buchtipp in die Liste gepackt.

Letztendlich sind es also, zusammengefasst und vielleicht etwas besser verständlich, drei zentrale Wirkmechanismen: der entstehende Kältereiz wird vom Nervensystem bevorzugt weitergeleitet und hemmt die Weiterleitung von Schmerzen, während die Muskulatur entspannt und die Durchblutung verbessert wird. Das allein führt häufig zu einer schnellen Besserung der Spannungskopfschmerzen innerhalb von 15-30 Minuten.

Weitere Anwendungen

Auch bei anderen Muskelverspannungen und beispielsweise Regelschmerzen kann Pfefferminzöl Wunder wirken. Trage es dazu einfach auf die verspannten Muskeln und bei Regelschmerzen auf dem Unterbauch und gegebenenfalls auf dem unteren Rücken auf.

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Sogar für Schulkinder zwischen 6 und 14 Jahren wurde die Wirksamkeit der Pfefferminzöl-Lösung (in Alkohol) untersucht und sie reduzierte die Kopfschmerzen nicht nur deutlich (bei 78% der Kinder), sondern wurde insgesamt auch sehr gut vertragen [11]. Laut Leitlinien wird die Anwendung von Pfefferminzöl sogar in der Schwangerschaft empfohlen, um die Einnahme von Schmerzmitteln zu vermeiden [11].

Ergänzend dazu gibt es auch erste Untersuchungen mit einem 6%igen Mentholgel oder eine 10%ige Menthollösung, das sogar Migräne innerhalb von 2 Stunden signifikant reduzieren konnte (episodische Migräne ohne Aura) [11,13]. Eine Schwierigkeit für die Anwendung kann hier jedoch sein, dass viele Menschen bei Migräne empfindlich auf Gerüche reagierten (=Osmophobie) und das Mentholgel daher nicht anwenden wollen.

Vorteile

Der Vorteil einer Anwendung von Pfefferminzöl ist sicherlich, dass es nicht systemisch wirkt und dadurch auch die Leber nicht belastet. Bisher gibt es auch keine Hinweise, dass ein häufiger Gebrauch Kopfschmerzen auslösen kann, die dies bei Schmerzmedikamenten möglich ist.

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Nebenwirkungen

Im Allgemeinen ist die Anwendung, wie beschrieben, sehr sicher. Bei empfindlichen Personen kann ein Brennen oder eine Rötung der Haut auftreten, die sich durch Abspülen des Öls reduzieren lässt. Äußerst selten treten allergische Reaktionen auf [11]. Diese ätherische Öle sollten nie auf verletzte Haut oder Schleimhäute aufgetragen werden. Vermeide auch unbedingt, den Kontakt mit den Augen. Gründliches Händewaschen nach der Anwendung ist unbedingt empfohlen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten diese Öle nicht angewandt werden, weil sie asthmaähnliche Zustände auslösen können [12].

Meine Produktempfehlungen

Das Produkt Euminz enthält Pfefferminzöl in Ethanol in der Konzentration, wie sie in der oben genannten Studie getestet wurde. Das Produkt kannst du direkt bei Amazon (oder in der Apotheke) kaufen, ganz ohne Rezept: https://amzn.to/3YGdnIX. Es ist direkt in einem praktischen Roll-on verpackt, um es direkt auf die Haut auftragen zu können.

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Durch Zufall – einfach weil ich es vorrätig hatte – habe ich jedoch die besten Erfahrungen mit Olbas gemacht. Einer Mischung aus Pfefferminz-, Cajeput- und Eukalyptusöl. Cajeput, falls du das noch nie gehört haben solltest, gehört zur Familie der Teebaumöle. Auch das bekommst in der Apotheke oder bspw. bei Amazon und es kann darüber hinaus bei Erkältung und Husten, wie auch krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden: https://amzn.to/40GsQLH. Es sollte also in keiner Hausapotheke fehlen.

Aus meiner Erfahrung kann ich mit der Anwendung von Olbas in mindestens 4 von 5 Fällen von Spannungskopfschmerzen auf die Einnahme von Schmerzmitteln verzichten (ich wende es direkt auf der Haut an, meistens im Nacken- und Schulterbereich). Meistens vergesse ich im Verlauf des Tages, dass ich Kopfschmerzen hatte und manchmal fällt es mir erst abends wieder ein, wenn ich die Olbas-Flasche im Bad stehen sehe.

Was sind deine besten Tipps gegen Kopfschmerzen aller Art? Kommentiere gern unter dem Artikel, wenn du alternative Vorschläge hast aber auch, wenn du meinen Tipp ausprobiert hast und ob er dir geholfen hat!


Quellen, Ressourcen & Produkte:


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