Die WECHSELJAHRE & 3 Engel für Charlie

Wechseljahre-Hormone-Buchempfehlung

Über die WECHSELJAHRE „spricht man nicht“. Sollten wir aber, denn immerhin betreffen sie – früher oder später – etwa die Hälfte der Weltbevölkerung (49,5%). Diese Zeit, über die viele Mythen, aber nur wenige Informationen kursieren, betrifft also „nur“ 3.925.402.537 Menschen weltweit [1]. Heute möchte ich allen, die interessiert sind, ein wirklich gut lesbares und erhellendes Buch dazu ans Herz legen! Auch für junge Frauen, deren Wechseljahre am Horizont noch nicht einmal sichtbar sind, wird es am Ende des Artikels einen wichtigen Tipp geben, der später sehr hilfreich sein kann.

Sensibilisierung für das Thema

Der heutige Artikel kann keineswegs die Arbeit leisten, komplett über die Wechseljahre aufzuklären. Einerseits bin ich kein Arzt oder Endokrinologe, andererseits ist das Thema super komplex. Was ich aber machen möchte ist, euch für das Thema zu sensibilisieren und euch zu motivieren, Unterstützung zu suchen, wenn nötig. Nach dem Artikel könnt ihr einige Symptome besser einordnen und habt vielleicht Interesse daran, mehr zum Thema zu lernen, die Buchempfehlung kann an dieser Stelle auf jeden Fall weiterhelfen!

Wechseljahre-Buchempfehlung-Hormone
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Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre bezeichnen eine Periode großer hormoneller Veränderungen im Leben von Frauen im Übergang vom gebärfähigen Alter hin zu der Zeit, in der keine Schwangerschaft mehr möglich ist [2]. Diese Zeit kann durchaus 15 Jahre oder länger dauern, beginnend von ersten hormonellen Veränderungen bis hin zum Abschluss des so genannten „Klimakteriums“. Durch die Veränderung des Spiegels der hormonellen Hauptprotagonisten Östrogen, Progesteron und Testosteron (und noch einigen anderen Hormonen), kann es zu allerlei Symptomen kommen.

Mögliche Symptome der Wechseljahre

Gehört haben wir praktisch alle schon einmal von den anscheinend unvermeidlichen Hitzewallungen („Hot Flashes“), die mit den Wechseljahren einhergehen können.

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Aber die Liste der Symptome, die ebenfalls mit den umfangreichen hormonellen Veränderungen der Wechseljahre einhergehen können, jedoch nicht damit (auch oft nicht von Ärzten) in Zusammenhang gebracht werden, ist weitaus umfangreicher.

Hättest du erwartet, dass folgende Beschwerden und Symptome mit den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren zusammenhängen können?

  • Schlafstörungen –> daraus resultierend Müdigkeit und Erschöpfung
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Migräne
  • Herzrhythmusstörungen
  • Zunahme von Körperfett am Bauch
  • Zunahme von Körperfett an Po & Oberschenkeln
  • Depressionen
  • Hitzewallungen & Nachtschweiß (vermutlich noch am bekanntesten)
  • Wutanfälle
  • Verringerung der Muskelmasse
  • Verstärkung von Ängsten
  • häufige Blasenentzündungen
  • Schwindelanfälle
  • juckende Haut oder Quaddeln, Neurodermitis, mysteriöse Ekzeme
  • Gedächtnisprobleme
  • Haarausfall

Wenn Frauen (und deren Männer) wissen, dass diese (undmehr) Symptome mit hormonellen Veränderungen einhergehen können, glauben sie zumindest nicht mehr „alt“ oder „verrückt“ zu werden. Dieses Wissen gibt auch die Möglichkeit, sich weiter zum Thema zu informieren – deswegen heute auch diese Buchempfehlung – und an der richtigen Stelle Hilfe zu suchen, anstatt einfach nur zu leiden und auf die Zeit zu hoffen, wenn alles vorbei ist. Wie gesagt, das kann durchaus 15 Jahre dauern und unsere Lebenszeit ist einfach zu schade, dafür.

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Drei Engel für Charlie & die Wechseljahre

Was haben nun die drei Engel für Charlie überhaupt mit den Wechseljahren zu tun? Die Autorin des Buches, eine Gynäkologin, Dr. med. Sheila de Liz [3] macht es den Lesern auf eine witzige Art sehr einfach, die hormonellen Veränderungen zu verstehen. Sie besetzt die Hormone Östrogen, Progesteron und Testosteron mit den Hauptcharakteren aus Drei Engel für Charlie, um deren typische Qualitäten zu beschreiben.

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Jedes dieser 3 Hormone hat seine Stärken und Schwächen, als Team funktionieren sie nur optimal, wenn sie richtig zusammenarbeiten. Für uns heißt das, nur wenn alle drei optimal ausbalanciert sind, geht es uns gut. Plötzlich lässt sich wunderbar verstehen, warum wir schlapp oder nervös sind, schlechter schlafen können oder unsere Muskeln einfach zu „verschwinden“ scheinen. Hier nur ein kurzer Anriss zur Rolle der drei Haupthormone aus dem Buch.

Drew Barrymore – das Östrogen

Drew Barrymore ist im Film ist sie diejenige, die am weiblichsten und kurvigsten erscheint. Östrogen ist nämlich das Hormon der Weiblichkeit, das dafür sorgt, dass wir eine rosige, pralle Haut und weibliche Kurven haben.

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Dieses Hormon ist auch eine Grundlage dafür, dass Frauen oft für andere sorgen, eine eigene Familie haben wollen, aber auch, dass sie gern Schuhe sammeln. Östrogen kann jedoch auch dafür sorgen, dass Frauen (zu) viel Wert auf die Meinung anderer legen. Da wir überall im Körper Rezeptoren für Östrogen haben, kann ein sinkender Östrogenspiegel mit zahlreichen Symptomen einhergehen, wie z. B. abnehmender Knochendichte (Osteoporose), Falten und Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken.

Cameron Diaz – das Progesteron

Cameron Diaz ist im Film die ausgeglichene, ruhige, sportliche und relaxte im Team. Progesteron, das in der zweiten Zyklushälfte produziert wird (dazu alle notwendigen Infos im Buch, der Link folgt gleich), schafft die Voraussetzungen, dass sich nach dem Eisprung ein Ei einnisten könnte. Progesteron sorgt dafür, dass wir gut schlafen, entspannt sind und nicht zu viel Wasser einlagern. Meistens ist ein Mangel an Progesteron das erste, was wir in Richtung der Wechseljahre spüren, aber nicht richtig einordnen können. Die Folge, wir schlafen schlechter, sind unruhiger und häufiger gereizt.

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Lucy Liu – das Testosteron

Testosteron, eigentlich bekannt als das „männliche Hormon“, gibt es natürlich auch bei den Frauen, wenn auch in geringerer Konzentration. Die Eigenschaften passen gut zur unerschrockenen Lucy Liu, die einen kühlen Kopf bewahren kann und schöne Muskeln hat.

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Testosteron wird bei Frauen im Eierstock aber auch in der Nebenniere produziert und schwankt im Verlauf des Zyklus, wie die anderen beiden Hormone auch. Testosteron hilft auch Frauen, Muskeln aufzubauen, den Stoffwechsel in Schwung zu halten, eine athletische Figur, Energie und Durchsetzungsvermögen zu haben. Ein Mangel kann für Schlappheit, Muskelschwund und Gewichtszunahme sorgen, weil der Stoffwechsel nur noch auf Sparflamme brennt.

Eine Buchempfehlung für die Wechseljahre

Das Buch, um das es heute geht, nennt sich „Woman on Fire. Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ von Dr. med. Sheila de Liz aus dem Rowohl Verlag.

Was du lernen wirst ist, dass viele Symptome der Wechseljahre sich recht einfach der Veränderung von einem der drei „Charlies Angels“ zuschreiben lassen. Dr. de Liz klärt auf über Mythen von künstlichen und naturidentischen Hormonen und deren Unterschieden. Sie ist eine Verfechterin der Hormontherapie mit naturidentischen Hormonen, die eben nicht „ähnlich“, sondern identisch unseren eigenen Hormen sind und auch nicht aus dem Urin schwangerer Stuten gewonnen wurden. Die Wirkung beider Gruppen von Hormonen, wie auch mögliche Risiken, sind komplett verschieden, das zeigt und belegt sie gut nachvollziehbar.

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Im Buch wird auch das konkrete Vorgehen, die notwendigen Tests (der Hormone), wie auch sinnvolle und weniger empfehlenswerte Strategien gut beschrieben. Empathisch beschreibt sie auch die Zwickmühle, in der sich viele Ärzte hinsichtlich des Themas Hormone, vor allem der Hormontherapie, befinden und warum den Wechseljahren praktisch keine Beachtung in der Ausbildung von Medizinern geschenkt wird.

Der beste Tipp für junge Frauen aus dem Buch

Bevor du für dich entscheiden kannst, ob du gern in das Thema weiter einsteigen möchtest und vielleicht dieses Buch lesen willst, noch ein Tipp für alle Frauen, deren Wechseljahre noch weit entfernt sind. Diesen Tipp im Buch fand ich wirklich gut, weil er – wenn die Wechseljahre dann irgendwann mal anklopfen – einiges leichter machen kann.

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In der so genannten „Prämenopause“ empfiehlt die Autorin, die Hormone in der „Wohlfühlphase“ also in der Woche nach der Periode, testen zu lassen. In dieser Woche sind sie auf einem niedrigen Level und junge Frauen fühlen sich in dieser Woche in der Regel ziemlich wohl. Dieser Status kann einen Ansatzpunkt für eine spätere Hormontherapie geben kann, in der dieses Wohlfühllevel angestrebt werden soll, das aber nicht bei jeder Frau gleich ist.

Fazit Buchempfehlung

Ich würde mir wünschen, dass alle jungen Frauen, Mütter und auch Ärzte dieses Buch lesen, um ein grundlegendes Verständnis dieser hormonellen Veränderungszeit zu haben. Diese Zeit wird schlicht und ergreifend alle Frauen und auch deren Männer (denkt an Schlafstörungen, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen!) betreffen.

Wechseljahre-Hormone-Hitzewallungen
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Ich mag die unaufgeregte, empathische, gut verständliche Art der Autorin, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Rundum ein Buch, das man einfach so nebenher verschlingen kann und dennoch im Anschluss ein gutes Handwerkszeug hat, um die eigenen Wechseljahre (oder die von anderen) zu verstehen. Auch ein super Buch, um es an Freundinnen, Schwestern oder Patientinnen zu verschenken! Ich wünsche mir in Zukunft mehr Offenheit und Beachtung für die gesundheitlichen Veränderungen und Konsequenzen der Wechseljahre, es ist ja durchaus kein „Minderheitenthema“.

Noch zum Abschluss: Auch wenn zahlreiche Tipps oder Erfahrungsberichte im Internet kursieren, fangt nicht an, euch selbst zu therapieren und mit Hormonen (oder hormonähnlichen Stoffen) zu behandeln. Um gut und gesund durch die Wechseljahre und darüber hinaus zu kommen, gehören unbedingt ein Hormonstatus aus dem Labor und ein erfahrener Arzt, Ärztin oder Heilpraktiker/in dazu, die Erfahrung haben und euer Befinden immer wieder mit den gemessenen Hormonen abgleichen, um eine mögliche und optimale Therapie daran anzupassen!


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