STRESS – normal oder gefährlich?

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Nur wenige Menschen, mit denen ich spreche, sagen von sich, nicht gestresst zu sein. Viel häufiger hingegen höre ich – auch in meinen Coachings – die Klagen, dass alles zu viel ist. So verbreitet und „normal“ wie Stress offenbar heute ist, stellt sich die Frage: Dramatisieren wir unser Stresslevel einfach nur oder gibt es tatsächlich Anzeichen an denen wir erkennen können, wann wir unseren Stress unbedingt reduzieren sollten?

Was ist Stress?

Stress erleben wir in verschiedenen Situationen im Alltag. Besonders häufig, wenn die empfundenen Anforderungen (z. B. verfügbare Zeit o. Ressourcen) die eigenen empfundenen Fähigkeiten übersteigen. Das kann den Job, divergierende Anforderungen in der Familie, persönliche Konflikte oder auch den Umgang mit herausfordernden Kunden oder Kollegen/innen betreffen. Dabei ist das Wort „empfundene“ tatsächlich zentral. Denn je nach Belastbarkeit, Energie, Einstellung und Tagesform empfinden wir Anforderungen unterschiedlich. Nach einer Nacht, in der wir kaum geschlafen haben, scheinen selbst einfache Aufgaben zu einer riesigen Herauforderung zu mutieren.

Nach einer Nacht, in der wir kaum geschlafen haben, scheinen selbst einfache Aufgaben zu einer riesigen Herauforderung zu mutieren.
Photo Credit: StockPhotoSecrets

Unsere – wohlgemerkt empfundenen – Fähigkeiten sind ebenfalls keineswegs objektiv. Wir kennen alle Menschen in unserem Bekanntenkreis, die zahlreiche Situationen absolut hervorragend meistern und diese Erfolge doch nie in ihr Selbstbild integrieren. Das heißt, obwohl sie in bestimmten Bereichen gut sind, glauben sie das von sich selbst nicht. Sie fühlen sich schnell überfordert und gestresst, obwohl sie – objektiv betrachtet – alle Fähigkeiten haben, um eine Situation hervorragend zu meistern.

Grundlagen zum Thema Stress

Da es bereits einen ganzen Artikel zum Thema Stress auf meiner Seite gibt, werde ich auf die grundlegenden Mechanismen hier heute nicht weiter eingehen. Um mehr zu den Grundlagen zu lesen, einfach auf den folgenden klicken (es öffnet sich ein neues Fenster):

Wie gestresst sind wir?

Mit zunehmender Digitalisierung, künstlichen Tagesabläufen, Homeoffice, Job und Familie und der „Angst, etwas zu verpassen“ (FOMO – Fear of missing out) ist es möglicherweise aber einfach „normal“, dass wir gestresst sind? 63% aller Deutschen empfanden in einer Studie aus dem Jahr 2019 ihr Stresslevel im Job als hoch oder eher hoch [1]. In einer neueren Studie von 2020 gaben sogar 80% der Deutschen an, unter Stress zu leiden [2]. Ein Drittel der Menschen gibt an, seit Corona mehr unter Stress zu leiden als davor [2].

Sind wir einfach nicht mehr belastbar?

Sind wir einfach nur weniger belastbar als bspw. unsere Großeltern und „jammern auf hohem Niveau“? Ganz ehrlich? Das spielt eigentlich keine große Rolle. Unsere Großeltern haben Bewundernswertes geleistet und ich mag mir nicht vorstellen wie es ist, flüchten zu müssen oder alleinerziehend mit 5 Kindern zu sein, während der eigene Mann im Krieg ist. Und noch immer sind viel zu viele Menschen weltweit diesen unmenschlichen Belastungen ausgesetzt. Unser Stress ist heute anders, weniger lebensbedrohlich. Aber es geht nicht darum, dass wir eine „Berechtigung“ erwerben müssen, um uns legitim als gestresst definieren zu können.

Unser Stress ist heute anders, weniger lebensbedrohlich.
mohamed Hassan auf Pixabay

Ein großer Teil dessen, wie wir Situationen und unsere Fähigkeiten, mit ihnen umzugehen bewerten, ist – wie bereits erwähnt – subjektiv. Die Reaktion unseres Körpers folgt dieser subjektiven Bewertung und setzt alle chemischen Reaktionen in Gang, um uns zu aktivieren. Dass es viele Menschen gibt, die mit weit schwierigeren Situationen umgehen müssen, spielt dabei keine Rolle. Kurzfristig hilft uns diese Stressreaktion (mehr dazu hier), Energie freizusetzen, um die aktuellen Umstände zu meistern.

Wann ist es zu viel Stress?

Diese Priorisierung von Funktionen ist auch genau die Ursache dafür, dass Stress langfristig alle unsere körpereigenen Systeme beeinträchtigen kann. Stress kann uns, wenn er Dauerzustand ist, krank machen. Und obwohl Stress weit verbreitet ist und als „normal“ empfunden wird, sollten wir uns dessen bewusst sein, dass der Mensch (und übrigens auch kein anderes Lebenwesen) nicht dafür gemacht ist, um dauerhaft gestresst zu sein. Kurzfristiger Stress ist durchaus ok und kann durch die Systeme unseres Körpers verarbeitet werden. Langfristiger Stress ist zwar üblich und erscheint damit „normal“, ist aber tatsächlich gefährlich, weil er Funktionen beeinträchtigt und Grundlage zahlreicher (schwerwiegender) chronischer Erkrankungen ist.

Gerd Altmann auf Pixabay

Um tatsächlich zu erkennen, ab wann das Stresslevel deine Gesundheit beeinträchtigt und du deine Situation nicht unverändert tolerieren solltest, hier einige Hinweise.

Hier 5 Anzeichen, dass du aktiv dein Stresslevel reduzieren solltest:

  1. Du fühlst dich dauerhaft erschöpft und das ändert sich auch nicht, wenn du einige Nächte länger geschlafen hast.
  2. Dir gelingt es gar nicht mehr abzuschalten, du stehst ständig unter Strom.
  3. Du greifst häufig zu Alkohol oder Süßigkeiten, um Dich zu belohnen oder abends die notwendige Entspannung zu erreichen (eventuell auch Tabletten, um überhaupt zu schlafen).
  4. Dein Schlaf ist im Vergleich zu früher deutlich schlechter. Du schläfst entweder schlecht ein oder wachst nachts häufig auf.
  5. Du hast das Gefühl, die Freude am Leben verloren zu haben und nur noch zu funktionieren.

Wie kann ich Stress wirksam reduzieren?

Wenn du dich bei einem oder mehreren der oben genannten Anzeichen wiedererkennst, solltest du tatsächlich dein Stressniveau einmal unter die Lupe nehmen. Was sind deine größten Stressoren, was sind die körperlichen und seelischen Auswirkungen? Manchmal ist es hilfreich, Freunde und Familie um ihre Einschätzung zu bitten, denn wir neigen dazu, bestimmte Symptome zu rechtfertigen und zu normalisieren („ich werde eben älter“).

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Um den eigenen Stress tatsächlich wirksam zu reduzieren, ist es meistens hilfreich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das muss keinen Therapeuten oder eine Therapie umfassen. Aber externe Personen, die sich mit dem Thema auskennen, lenken den Blick auf unser eigenes Leben, erlauben einen Perspektivwechsel und geben uns die Chance, Denken und Verhalten dauerhaft zu verändern. Denn nur dann, wenn wir unsere Automatismen und Rechtfertigungen durchschauen, kann sich tatsächlich etwas ändern.

Avahanam – Stressfrei leben

Genau das Ziel haben wir mit unserem neuen Online-Programm „Avahanam – Stressfrei leben“ das am 20. Mai startet. Wir möchten Menschen helfen, wieder mehr Leichtigkeit in ihr Leben zu bringen und dem Stress seine Macht zu nehmen. Da Stress alle Systeme in unserem Körper betrifft, muss auch der Lösungsansatz eine Vielzahl von Faktoren umfassen. Die 10 Live-Online-Seminare kombinieren wir mit einer physischen Avahanam-Box, die jeder Teilnehmer per Post zugeschickt bekommt. Die darin enthaltenen Sets, unterstützen Aufgaben in den Seminaren oder die Vorbereitung dafür. Der Inhalt der Box ist noch streng geheim 😉

Avahanam-Stressfrei-leben
Avahanam – Stressfrei leben Onlinekurs

Mehr Infos zum Programm gibt es HIER, inklusive der Seminarinhalte und aller Anmeldeinformationen. Aufgrund der derzeitigen Corona-Situation haben wir beschlossen, die Hürde für alle Menschen wirklich klein zu halten und bieten das Programm für unglaubliche 149 € statt 399 € an. Allein der Wert der Avahanam-Box ist mehr als 50€ Warenwert!

Mehr Infor zum Programm bekommst Du über den unten stehenden Button! Ich freue mich schon riesig auf den Start des Programms und werde alle Teilnehmer gleich im ersten Live Online-Seminar am 20.5.21 begrüßen!


Zum Weiterlesen auf meiner Seite:

Ressourcen

[1] https://www.swisslife.de/ueber-swiss-life/presse/pressemitteilungen/newsfeed/2019/07-24.html

[2] https://www.swisslife.de/ueber-swiss-life/presse/pressemitteilungen/newsfeed/2020/11-18.html

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