3 Toxine im Alltag, die du vermeiden kannst

Toxine vermeiden

Toxine haben wir als Belastungsfaktoren für uns eher nicht auf dem Schirm. Das betrifft doch nur Menschen, die mit giftigen Stoffen arbeiten, oder? Weit gefehlt. So viele Dinge des täglichen Bedarfs enthalten Stoffe, die toxisch auf unser System wirken können und eine weitere Belastung addieren.

Warum sind Toxine entscheidend?

Wenn wir uns vorstellen, dass unsere Belastbarkeit wie ein Fass ist, das von allen Belastungen in unserem Alltag gefüllt wird, können Toxine dieses Fass zum Überlaufen bringen. Sie addieren sich zu Stress, Schlafmangel, Rauch, Alkohol, Bewegungsmangel, Verletzungen, nicht artgerechte Nahrung und Umweltverschmutzung, die unser System ebenfalls belasten. Um gesund zu bleiben sollten wir versuchen, dieses Fass nicht zu voll werden zu lassen. Wenn es voll ist, werden wir nämlich krank. Im Englischen wird dies als „allostatic load“ bezeichnet [3]. Gleichzeitig sollten wir so oft wie möglich, Entscheidungen in unserem Alltag treffen, welche unserem Körper helfen, diese Belastungen zu neutralisieren. Dazu gehören beispielsweise Stressreduktion, gute, echte Nahrung, Antioxidantien, pflanzliche Lebensmittel, Bewegung, guter Schlaf, Entspannung, einen Sinn im Leben zu sehen, positive Selbstwahrnehmung und bereichernde soziale Beziehungen.

Toxins-friends
Photo Credit: StockSnap auf Pixabay

Es ist ein Irrglaube, dass wir die grundlegenden Bedingungen für Gesundheit und Wohlbefinden ignorieren könnten und mit einzelnen Superfoods, Kräutern, technischen Geräten oder Medikamenten Balance und damit Gesundheit herstellen könnten.

„Better Safe than Sorry“

Um langfristig toxisch auf unser System zu wirken, muss ein bestimmter Stoff nicht augenblicklich Krebs oder andere Krankheiten versursachen. Selbst kleinste Dosen über einen längeren Zeitraum können, in Verbindung mit anderen Belastungen, toxisch wirken. Im Zweifelsfall ist es meines Erachtens sinnvoll, eher den sicheren Weg zu gehen und Belastungen zu vermeiden, wo es uns möglich ist. Später festzustellen, dass neue Forschungsergebnisse belegen wie toxisch bestimmte Substanzen wirken, ist ein unnötig unschönes Erwachen.

Toxine im Alltag reduzieren

Heute soll es als Ergänzung oder Fortführung zum vorigen Artikel über Toxine drei weitere Ideen geben, wie wir relativ einfach die Menge an Toxinen im Alltag reduzieren können.

Künstliche Lebensmittelfarben

Künstliche Lebensmittelfarben werden von der Industrie als verkaufssfördernd eingesetzt, können aber zahlreiche Probleme verursachen. Einige dieser Farbstoffe haben sich bereits in der Vergangenheit als schädlich erwiesen [5]. Besonders Kinder sind empfindlich für die Wirkungen dieser chemischen Stoffe. Symptome wie Hyperaktivität, Allergien, Lernschwierigkeiten und Reizbarkeit können eine Folge des Konsums von Lebensmitteln mit künstlichen Farbzusätzen sein [1]. Besonders so genannte Azo-Farbstoffe sind bedenklich [4].

Toxine-Lebensmittelfarben
Photo Credit: Shirley Hirst auf Pixabay

Besonders der Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Lebensmittelfarben und Hyperaktivität wurde in (mindestens) einer großen Studie nachgewiesen, die im Lancet, einem britischen Medizinischen Fachjournal veröffentlicht wurde [1]. Dazu zählen beispielsweise E110 (Sonnenuntergang gelb), E104 (Chinolingelb), E122 (Carmoisina), E129 (Rote Allura), E102 (Tartrazin) und E124 (Ponceau R4). Sie müssen den Zusatz auf der Lebensmittelverpackung enthalten „kann die Aktivit und Aufmerksamkeit von Kindern negativ beeinflussen“ [5].

Risiken von Lebensmittelfarben

Verschiedene dieser Lebensmittelfarben verursachen bei Labortieren sogar Krebs (Rot 40, Gelb 5 und Gelb 6). Sie sind aus Komponenten hergestellt, die aus der Petroleum- und Teerherstellung stammen [1]. Wo finden wir Lebensmittelfarben überwiegend? Limonaden, Süßigkeiten, Fast Food, Fertiggerichte, Softgetränke, alkoholische Getränke und abgepackte Wurst- oder Fleischwaren sind einige dieser Lebensmittelgruppen. Das Studium der Verpackung lohnt sich also auf alle Fälle. Noch besser: Entscheide dich so oft es möglich ist für Lebensmittel ohne Zusatzstoffe und E-Nummern auf dem Etikett. Bedenken sollten wir auch, dass mit dem Zusatz von Farbstoffen ein billig hergestelltes Lebensmittel besser, weil kräftig in der Farbe wirken kann. Farbstoffe können also eine bessere Qualität eines Lebensmittels vorgaukeln.

Tattoo-Farben

Der Tatoo-Trend dauert an. Langzeituntersuchungen zu Gesundheitsgefahren von Tätowierungen gibt es nicht, Hinweise darauf sind inzwischen jedoch zahlreich. Eigentlich wäre es überraschend, wenn das Injizieren von körperfremden Substanzen unter die Haut ohne Konsequenzen bleiben würde.

Gerade, wenn gesundheitliche Probleme viele Jahre nach dem Stechen der Tätowierung auftauchen, bringen wir sie damit nicht in Zusammenhang. Erkennbar ist aber für uns nicht, wie die Farben in der Zwischenzeit durch den Körper gewandert sind [2]. „„Man weiß über ein Tierexperiment, dass ein Drittel der Farbe, die in die Haut eingebracht wird, aus der Haut abtransportiert wird“, sagt Prof. Wolfgang Bäumler, Tattoo-Forscher an der Universität Regensburg“ [6]. Man geht davon aus, dass bis zum Lebensende etwa 80% der Farbe aus einem Tattoo verschwunden ist [6]. Aber auch direkt nach dem Tätowieren treten bei vielen Menschen Schwellungen, Allergien, Knötchen unter der Haut oder Juckreiz auf [2].

Tatowierungen können Allergien auslösen.
Photo Credit: TeeFarm auf Pixabay

Viele dieser Farben enthalten Schwermetalle, die im Körper toxisch wirken und Allergien auslösen können. Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen können derartige Schwermetalle sein [1]. Auch der Zusatz von (verbotenen) Konservierungsstoffen und Verunreinigungen kann sich problematisch auf unsere Gesundheit auswirken [6].

Aktivierung des Immunsystems

All diese Stoffe können Entzündungen unter der Haut auslösen was heißt, dass sie unser Immunsystem aktivieren. Das kämpft dann dauerhaft auf diesem „Nebenkriegsschauplatz“ und kann nicht gleichzeitig an den Stellen präsent sein, wo es eigentlich „patroullieren“ muss (bspw. unseren Schleimhäuten). Denn genau das ist die Aufgabe des Immunusystems: Fremde Eindringlinge zu erkennen und zu beseitigen. Selbst Krebs kann eine der Nebenwirkungen dieser dauerhaften Aktivierung des Immunsystems sein [1,2].

Lymphknoten mit Tattoofarbe

Hast du eigentlich schon einmal ein Bild oder ein Video eines Lymphknotens einer tätowierten Person gesehen, der aufgeschnitten wurde [7]? Das Lymphsystem ist ein entscheidender Teil unseres Entgiftungs- und Transportsystems und wird mit dem Abtransport der Farbpartikel eines Tatoos absolut dauerhaft überlastet.

Selbst bestimmte „Reinheitsgebote“ oder „organische Farben“ machen das ganze nicht weniger problematisch. Denn Tatoo-Farben werden wie Kosmetika behandelt und es ist natürlich ein großer Unterschied, ob wir eine Creme auf die Haut auftragen oder uns eine Wunde zufügen und dort vorsätzlich bestimmte Substanzen hineinbringen [2]. „Tätowiermittel müssen in Deutschland nicht zugelassen werden. Tätowierer dürfen sie ohne offizielle Prüfung in den Studios verwenden“ [6].

Zusatzstoffe in Kosmetik

Hautpflegemittel, Shampoos und Bodylotions riechen lecker, sind cremig und vermitteln uns ein Gefühl von Luxus. Wenn wir jedoch anfangen, die Liste der Inhaltsstoffe zu lesen und ein bisschen Grundwissen darüber haben, welche Wirkungen verschiedene Stoffe in unserem Körper haben können, müssten wir die meisten Produkte direkt wieder in das Regal zurückstellen.

Toxine
Photo Credit: andreas160578 auf Pixabay

Besonders in dieser Kategorie der Kosmetika kommt das eingangs aufgeführte Argument zum Tragen, dass bestimmte Stoffe sicherlich nicht in der Menge augenblicklich gesundheitsschädigend sind, wie sie in einer Tagesportion Creme verwendet wird, aber die Addition über die Zeit und in Verbindung mit anderen Stressfaktoren kann beispielsweise unsere Hormone aus der Balance bringen, mit fatalen gesundheitlichen Folgen (Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Depressionen, Haarausfall etc.)

Zum Thema „Parfüm“ – einem besonders problematischen Inhaltsstoff, findest du mehr infos im vorigen Artikel zu Toxinen und zwar hier.

4 Zusatzstoffe die du vermeiden solltest

Ebenfalls vermeiden sollten wir folgende Zusatzstoffe, wann immer es möglich ist [1]:

  • Mineralöl: Ein sehr häufig verwendeter Stoff in zahlreichen Haut- und Haarpflegeprodukten, es wird aus Petroleum gewonnen und ist ein mögliches Karzinogen. Wie sicher Mineralöl in Kosmetika auf lange Sicht ist, ist unbekannt.
  • Parabene: Sehr häufig als Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten verwendet. Sie wirken als „Endokrindisruptors“, was nichts anderes heißt als dass sie unser Hormongleichgewicht beeinflussen. Dieses ohnenin sensible Gleichgewicht mit Substanzen von außen (die wir täglich verwenden) zu verschieben, ist riskant. 
  • Polyethylene Glycol (PEG): Eine sehr häufig verwendete Gruppe von Zusatzstoffen, die Hautirritationen verursachen kann. Nur zur Erinnerung: Hautirritationen = Entzündungen = Aktivierung des Immunsystems.
  • Phthalate: Diese Stoffe verursachen Störungen im Hormonhaushalt und gelten als karzinogen (also krebsfördernd). Phthalate werden in Haarspray, Haar- und Hautpflegeprodukten und auch Nagellackentferner verwendet.

Natürliche Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen sind oft eine gute Wahl, aber auch etwas kostenintensiver. Ich habe für mich kürzlich zwei Firmen entdeckt, die in Deutschland produzieren und auch noch Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben. Momentan bin ich noch am Ausprobieren, welche Produkte für meine Haut am besten passen. Vielleicht möchtest du ja mal einen Blickf auf deren Seite werfen: Junglück aus Berlin und Naturkosmetik München (NKM) (unbezahlte Werbung).

Toxine vermeiden

Wähle dir am besten einfach eine der heute oder im letzten Artikel (HIER) geschilderten Kategorien aus und überlege, wie du eines der Toxine in Zukunft besser vermeiden kannst. Vielleicht beginnst du Reinigungs- und Körperpflegeprodukte eher von Firmen zu kaufen, die weniger Zusatzstoffe und Parfüm verwenden? Jede Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich freue mich immer über deine Rückmeldung, wie dir diese Veränderungen gelingen!


Quellen und Infos zum Weiterlesen

[1] Janet Newman, PhD (2018): Living in the Chemical Age. How an Ounce of Prevention can protect your Family from a world of toxins. Lioncrest.

[2] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/koerperpflege-schoenheit/tattoo-gesundheitsrisiko-ia

[3] Jeffrey Bland (2015): Disease Delusion. Conquering the Causes of Chronic Illness for a Healthier, Longer, and Happier Life. Harper Wave.

[4] https://www.medizin-transparent.at/azo-farbstoffe/

[5] http://fitmedios.info/lebensmittelfarben-xk

[6] https://www.quarks.de/gesundheit/das-passiert-mit-tattoo-farbe-im-koerper/

[7] https://www.facebook.com/watch/?v=283903538887854

Junglück aus Berlin: https://junglueck.de/ (sehr praktisch finde ich hier die Probiergrößen praktisch aller Produkte für je 3€)

Naturkosmetik München: https://nkm-atelier.de/


Zum Weiterlesen auf meiner Seite:

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