Macht unser Verständnis von “Gesundheit” uns erst krank?

Unser Verständnis von Gesundheit macht uns krank.

Ist unsere Gesundheit ein Zufall? Oftmals fühlen wir uns gesund und von heute auf morgen, ist es damit vorbei. Plötzlich haben wir Schmerzen, hohen Blutdruck oder Diabetes. Wir haben es ja schon immer gewusst, unsere Tante und der Vater hatten ja auch hohen Blutdruck. Uns erscheint es, als würde in diesem Moment unsere genetische Veranlagung “zuschlagen” und wir hätten keinen Einfluss darauf. 

Gesundheit als Zufall?

Wenn wir keinen Einfluss darauf haben, wie es uns geht, ist das ein bisschen wie Glücksspiel. Entweder haben wir den genetischen “Jackpot” erwischt, oder eben Pech gehabt. Und wenn es soweit ist, dann gibt es schon irgendeine Pille, gegen die Beschwerden. Das heißt aber auch, dass es eigentlich egal ist, wie wir leben, wie wir essen, uns bewegen oder wie sehr wir Stress ausgesetzt sind, denn wir haben ja sowieso keinen Einfluss auf unsere Gesundheit. Weit gefehlt, wie die Wissenschaft jetzt weiß!

Gesundheit erscheint oft wie ein Glücksspiel für uns.
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Prädisposition vs. Determination

Nur etwa 10% unserer Erkrankungen sind tatsächlich angeboren, wie beispielsweise Trisomie 21 (Down Syndrom) oder Zöliakie (Gluten Unverträglichkeit [1]).

Die Glutenunverträglickeit Zöliakie gilt als angeboren.
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Für zahlreiche, vor allem chronische, Erkrankungen gibt es lediglich so genannte “Prädispositionen”, wie etwa der genannt Bluthochdruck in der Familie. Eine Prädisposition ist keine Determination, das ist ein großer Unterschied.

Selbst wenn wir vielleicht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, Diabetes oder Übergewicht zu bekommen, weil es in unserer Familie gehäuft auftritt, heißt dies nicht, dass wir diese Erkrankungen definitiv bekommen. Wenn wir jedoch unsere Lebensbedingungen so gestalten, wie die erkrankten Personen in unserer Familie, dann werden wir mit erhöhter Wahrscheinlichkeit krank.

Um diese Prädisposition zu wissen, sollte uns eher ermutigen als uns gelähmt in Passivität zu versetzen. 90% dieser chronischen Erkrankungen sind eine Konsequenz unseres Lebensstils und so entscheiden wir jeden Tag neu, wie wir unseren Körper unterstützen, dass er optimal funktionieren kann oder ob wir ihn langfristig krank machen, weil wir ihn Belastungen aussetzen, die er nicht kompensieren kann.

Unsere Gesundheit ist auch eine Frage dessen, wie unser Körper Belastungen kompensieren kann.
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Warnsignale unseres Körpers

Wir werden, auch wenn es so erscheint, nicht von einem Tag auf den anderen chronisch krank. In der Regel sind erste Vorboten schon Jahre oder sogar Jahrzehnte vor der Erkrankung festzustellen. Der Körper sendet Warnsignale (Erschöpfung, Schmerzen, Übergewicht) oder wir sehen beispielsweise in unserem Blutbild, dass der Nüchternblutzucker schon etwas zu hoch oder die Leberwerte an der Grenze sind. Dies sind Zeichen, dass unser Körper versucht, mit den bestehenden Lebensbedingungen klarzukommen. Oftmals ignorieren wir jedoch diese Zeichen und einige Zeit später, ist die Fähigkeit unseres Körpers, unsere Funktionen optimal zu erhalten, überlastet.

Häufige Kopfschmerzen können bereits Jahrzehnte vor der Erkrankung ein Warnsignal sein.
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Was macht uns gesund?

Wenn wir diese Warnsignale ernst nehmen – oder es erst gar nicht so weit kommen lassen – haben wir gute Chancen, gesünder alt zu werden und dies mit einer guten Lebensqualität.

Eigentlich ist es ganz simpel: Wir brauchen mehr von dem, was Körper und Geist stärkt und weniger von dem, was sie belastet. Was heißt das genau?

Wovon brauchen wir mehr?

Das beginnt bei einer guten Schlafqualität, regelmäßiger Bewegung, echtem und unverarbeitetem Essen, Entspannung, positiven sozialen Beziehungen, einem Sinn im Leben und Dingen, die uns richtig glücklich machen (dabei rede ich nicht von Shoppen oder Alkohol). Welcher Bereich verdient in deinem Leben momentan am meisten Aufmerksamkeit? Fang damit an, ein paar einfache Strategien in deinen Alltag einzubauen. Schritt für Schritt. Und wenn es dir in einem Bereich ein bisschen besser geht, widmest du dich dem nächsten Pfeiler der Gesundheit.

Ohne positive soziale Beziehungen können wir weder gesund noch glücklich sein.
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Manchmal kann dafür auch ein Gesundheitscoaching eine willkommene Hilfe sein, um die Strategien für die eigenen Lebensbedingungen optimal anzupassen. Kontaktiere mich gern für einen kostenfreien Kennenlerntermin!

Wovon brauchen wir weniger?

Unsere Software ist schon Millionen Jahre alt und hat sich nur wenig verändert. Unsere Lebensbedingungen haben sich hingegen dramatisch verändert und das macht uns langrfristig krank. Unser Körper kann nicht mit dauerhaftem Stress, hochverarbeiteter Nahrung, Zucker oder Inaktivität umgehen, das ist in unserer Programmierung nicht vorgesehen.

Weniger Zucker ist eine zentrale Ernährungsstrategie für mehr Gesundheit.
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Weniger von diesen krankmachenden Lebensbedingungen heißt beispielsweise: weniger Zucker und dafür mehr Gemüse und Obst, weniger Inaktivität und dafür mehr Zeit mit körperlicher Bewegung, weniger Zeit an PC und Smartphone und dafür mehr echte persönliche Beziehungen oder Zeit in der Natur, weniger Fast Food und dafür zu lernen, einfache Gerichte aus frischen Zutaten zu kochen, weniger Stress und dafür lernen, besser für uns zu sorgen und auch nicht alles zu glauben, was wir denken. Denn war wir denken, sind Gedankengewohnheiten und keine Wahrheiten!

Verantwortung übernehmen

Eine gute Gesundheit ist kein unerreichbares Ziel, auch wenn es manchmal so erscheint. Gesundheit ist wie ein Puzzle, denn unser System ist super komplex. Es gibt nicht eine Strategie und auch keine Super-Pille, die uns die ultimative Gesundheit beschert. Vielmehr treffen wir jeden Tag unzählige Entscheidungen, die unsere Gesundheit fördern oder ihr langfristig schaden. Die Verantwortung dafür zu übernehmen, ist bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.


[1] Bei Zöliakie handelt es sich um eine Unverträglichkeit des Eiweißes Gluten, das in vielen Getreidesorten vorkommt, wie bspw. Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer etc. Die Symptome sind nicht immer einfach zu diagnostizieren, beinhalten sie doch oft weit mehr als Verdauungsprobleme. Gewichtsverlust, Erschöpfung, Depressionen und Migräne können ebenfalls auf Zöliakie hindeuten, die eindeutig nach heutigem Stand der Wissenschaft nur durch eine Biopsie festgestellt werden kann.


Hier gibt es mehr Infos zum Weiterlesen zu einzelnen im Artikel angesprochenen Themen:

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