Warum Selbstliebe die Voraussetzung für erfolgreiche Veränderung ist.

Wir müssen uns erst selbst lieben, bevor wir uns erfolgreich verändern können.

Unzufriedenheit mit uns selbst ist ein wichtiger Auslöser für den Wunsch nach Veränderung. Dennoch wird dieses Vorhaben vermutlich nicht erfolgreich sein, denn unsere Motivation hat schlicht und ergreifend den falschen Ursprung. Selbstliebe ist Voraussetzung dafür, dass wir uns erfolgreich verändern können.

Motivation ist nicht gleich Motivation

Die Art und Weise, wie wir uns selbst behandeln hängt eng damit zusammen, wie wir uns wahrnehmen.

Wenn wir uns selbst lieben, fühlen wir uns großartig. Selbst dann, wenn wir nicht perfekt sind und bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten noch verbessern möchten. Dann ist es unser Ziel, uns besser zu fühlen, einfach, weil wir uns bereits so mögen, wie wir sind.

Wenn wir uns nicht mögen, wertschätzen wir uns im Gegensatz dazu nicht (“unseren Wert schätzen”). Die Strategien, die wir folglich wählen, um unser Ziel zu erreichen sind oft ungesund, mitunter sogar gefährlich und meistens nicht nachhaltig. Wir sind auf den schnellen Erfolg konzentriert wie z.B. Gewichtsverlust oder den schnellen Aufbau von Muskeln. Wir hoffen, dass es uns besser geht, nachdem wir unser Ziel erreicht haben. Wir scheinen uns dessen nicht bewusst zu sein, dass wir uns auch schon auf dem Weg zum Ziel gut fühlen könnten. Mit den gewählten Strategien behandeln wir uns selbst oft eher wie einen Feind, als wie einen guten Freund!

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Photo Credit: Focus Fitness

Belohnung und Strafe

Während wir hoffen, uns gut zu fühlen, wenn wir das Ziel endlich erreicht haben, bemerken wir nicht, dass ein paar abgenommene Kilogramm das grundlegende Gefühl, nicht gut genug zu sein, nicht beheben können. Wir verknüpfen also unsere Wahrnehmung ob wir gut sind oder versagt haben mit unserer Fähigkeit, den strengen Regeln einer Diät [1] oder eines harten Trainingsprogramms zu folgen. Wie wir über uns urteilen und mit uns selbst sprechen, ist oft erschreckend barsch. Wir würden niemals mit einem Freund so sprechen, denn dieser wäre auch nicht lange unser Freund.

Wir fühlen uns also als Versager, obwohl niemand ist in der Lage ist, längerfristig diesen Strategien zu folgen, die einer Folter ähneln. Wir sehen es als unser Versagen. Diese Art, uns zu verurteilen, ist dann ein so fundamentaler Teil unseres Denkens, dass sich dies auch nicht ändern wird, nachdem wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Wir werden einen anderen Grund finden, um (mitunter unbewusst) sicherzustellen, dass wir uns weiterhin schlecht fühlen.

Wir fühlen uns also als Versager, obwohl niemand ist in der Lage ist, einer strengen Diät zu folgen.

Glücklich oder unglücklich?

Aber warum entscheiden wir uns dafür, uns schlecht zu fühlen? Denkt mal eine Minute über folgenden Fakt nach: Unser Körper ist ein Wunder. Unsere Beine tragen uns, unser Gehirn gibt uns lebenswichtige Impulse, unser Herz schlägt, unsere Augen können sehen und unser Immunsystem kämpft, um uns gesund zu erhalten.

Wir wachen jeden Morgen auf, wir sind am Leben! Millionen andere Menschen haben dieses Glück nicht. Wir haben die Chance auf einen neuen Tag, 86.400 frische und neue Sekunden als ein Geschenk. Wir selbst können entscheiden, wir wir diese nutzen.

Das sind genug Gründe, um uns selbst und unser Leben wie ein wertvolles Geschenk zu behandeln, denn genau das sind sie. Und dennoch entscheiden wir uns dafür, uns miserabel zu fühlen, weil die Waage 500g mehr anzeigt als gestern und wir nicht die Figur eines digital bearbeiten Models auf dem Titelblatt eines Hochglanzmagazins haben?

Und dennoch entscheiden wir uns dafür, uns miserabel zu fühlen, weil die Waage 500g mehr anzeigt als gestern und wir nicht die Figur eines digital bearbeiten Models auf dem Titelblatt eines Hochglanzmagazins haben?

Selbstliebe macht den Unterschied

Für viele von uns erscheint es geradezu unmöglich uns selbst zu lieben, haben wir doch diese Speckröllchen an der Hüfte, Cellulite oder Übergewicht.

Aber uns selbst mit Freundlichkeit und Verständnis zu behandeln heißt anzuerkennen, dass die Pfunde vielleicht die Folge einer Schwangerschaft sind oder davon, dass wir Medikamente nehmen müssen. Vielleicht sind sie auch das Ergebnis von vielen Herausforderungen, die wir momentan im Leben zu meisten haben. Wenn wir aber Mitgefühl (nicht Mitleid) mit uns haben, sind ein paar überflüssige Pfunde kein Versagen mehr. Wir müssen uns also nicht mit einer Hungerkur bestrafen, die dafür sorgt, dass wir uns noch schlechter fühlen. Sie sind dann ein Zeichen dafür, dass wir uns wieder mehr um uns selbst kümmern müssen, was wir vielleicht aus dem Blick verloren hatten. Mit dieser Einstellung streben wir dann danach, unseren Körper mit allem zu versorgen, was er braucht um sich gut zu fühlen. Dies ist beispielsweise gutes und hochwertiges Essen, Bewegung und Entspannung, die uns hilft, Stress auszugleichen.

Selbstliebe-massage

Selbstliebe ist ein dauerhafter Lernprozess, an einigen Tagen klappt das besser als an anderen. Darüber hinaus nehmen eine große Last von unseren Schultern, wenn wir unseren Selbstwert nicht davon abhängig machen, welche Kleidergröße wir tragen. Wir können uns ebenfalls eine Menge negativer Selbstgespräche sparen und einfach damit beginnen, für uns zu sorgen. Damit fühlen wir uns besser und erreichen sogar unsere Ziele deutlich einfacher.

Strategie für das ganze Leben

Liebevoll für uns selbst zu sorgen hat den wunderbaren Nebeneffekt, dass für uns all das verfügbar wird, für das Menschen, die sich selbst nicht leiden können, hart kämpfen. Uns gut zu fühlen, gesund, stark, energiegeladen und geliebt, ist das Ergebnis unserer Selbstliebe und nicht von Selbsbestrafung. Im Gegenzug können wir das Leben genießen, ein großartiger Partner Elternteil, Kollege oder Freund sein. Wir strahlen aus, wie wir uns selbst fühlen, mit uns selbst im Einklang.

Selbstliebe – ein fruchtbarer Boden

Bevor ich diesen Artikel abschließe, möchte ich euch ein Bild mit auf den Weg geben. Selbstliebe ist wie der fruchtbare Boden, in unserem Garten. Wir tun, was wir können, um für diesen Garten so gut wie möglich zu sorgen. Als Ergebnis werden alle Blumen blühen und wir können jede Jahreszeit mit allen Sinnen genießen.

Selbstliebe ist wie der fruchtbare Boden, in unserem Garten.

Uns selbst zu lieben ist wie fruchtbarer Boden, in unserem Garten. Pflanzen können auf diesem Boden gedeihen und blühen und wir können jede Jahreszeit mit allen Sinnen genießen.

[1] Wir nutzen Essen sogar als Belohnung und Training als Bestrafung. Aber wie sollen wir eigentlich Training zu einem Teil unseres Lebens machen, wenn wir uns damit bestrafen? Und wie sollen wir gute und natürlich Lebensmittel essen, wenn zuckersüßes Industrieessen unsere Belohnung ist?


Hier gibt es mehr zum Thema Achtsamkeit zu lesen, einer wunderbaren Strategie, um besser für uns zu sorgen. 

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