Hilfe, ich muss abnehmen!

“Ich muss unbedingt 3 kg abnehmen”. Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört oder selbst gesagt. Dabei führt uns diese Aussage und das dahinter stehende Ziel völlig in die falsche Richtung!

Wenn wir von “Gewicht” sprechen, geht es lediglich um die Zahl auf der Waage. Diese Zahl allein sagt nicht viel aus, weder gesundheitlich noch figürlich, außerdem ist sie sehr leicht zu beeinflussen und schwankt aus verschiedenen Gründen von Tag zu Tag: Schon wenn man 1/2 Liter Wasser trinkt, zeigt die Waage anschließend 0,5 kg mehr Gewicht an. Das ist reine Physik (0,5 l Wasser wiegen nun mal 0,5 kg) und kein Grund zur Panik. Aber: Vielen – vor allem Frauen – verdirbt diese Zahl auf der Waage bereits am Morgen den ganzen Tag. Warum sollten wir uns von einem Gerät, dass uns anzeigt, wie viel wir wiegen, unsere Laune verderben lassen?

Aus diesem Grund kann es hilfreich sein zu zeigen, welche äußeren Faktoren zu kurzfristigen Gewichtsschwankungen führen können und anschließend eine bessere Methode zu nennen, die Aufschluss über eine wirkliche Veränderung unserer Figur geben kann.

  • Salz im Essen: Eine salzige Suppe am Abend kann leicht zu 1-1,5kg mehr auf der Waage am Morgen danach führen, da Salz Wasser im Körper bindet.
  • Füllung von Magen, Darm & Blase: Ein umfangreiches Mahl am Abend führt zu mehr Gewicht auf der Waage am nächsten Morgen.
  • Alkohol: Alkohol wirkt entwässernd, so kann es am kommenden Morgen sein, dass die Waage vorübergehend ein geringeres Gewicht anzeigt.
  • Hormone: bei Frauen sorgen monatliche Hormonschwankungen im Zusammenhang mit dem Zyklus für Wassereinlagerungen, die sich in Gewichtszunahme auf der Waage äußern, aber sowohl Männer als auch Frauen können am Gewicht zunehmen, wenn hormonproduzierende Drüsen wie die Schild- oder Bauchspeicheldrüse nicht richtig funktionieren. Wenn trotz guter Ernährung und Training das Gewicht stagniert, kann ein Hormoncheck beim Arzt Klarheit bringen. Nicht selten wird so eine Unterfunktion der Schilddrüse der eine Diabetes im Frühstadium entdeckt.
  • Medikamente: Verschiedene Medikamente wie z.B. Psychopharmaka oder Cortison können Wassereinlagerungen begünstigen oder auch durch gesteigerten Appetit und veränderten Stoffwechsel zu einer längerfristigen Gewichtszunahme führen.

Alle genannten Aspekte haben etwas mit dem Gewicht auf der Waage, aber nicht  mit dem Fettanteil im Körper zu tun. Letzteres ist der Aspekt, der uns eigentlich interessiert, wenn wir „zunehmen“ oder „abnehmen“ möchten oder wenn wir unsere Gesundheit verbessern möchten. Es handelt sich dabei um den Anteil von Fettgewebe am gesamten Körpergewicht (z. B. 20%).

Die Waage kann jedoch nicht unterscheiden, ob wir schwerer sind, weil wir viel getrunken haben oder weil wir ein Kilogramm Fettgewebe zugenommen haben. Schlimmer noch: ein durchtrainierter Athlet mit einem niedrigen Körperfettanteil kann auf der Waage “übergewichtig” erscheinen, während eine leichte Person, mit wenig Muskelmasse und viel Körperfett „optimalgewichtig“ und optisch auch dünn erscheinen kann.

Normale handelsübliche Körperfettwaagen oder Messgeräte sind oftmals keine gute Lösung in diesem Dilemma, da die Mischung aus Messung und Schätzung ungenaue Werte liefert und oftmals nur einzelne Zonen des Körpers z. B. die Beine gemessen werden.

Eine ganz einfache Variante ist es, sich eine enge, nicht dehnbare Hose oder einen gut sitzenden Gürtel (Maßband geht auch) zu suchen und regelmäßig zu vergleichen, wie sich die Maße verändern. Achtet nur einfach darauf, immer an der gleichen Stelle zu messen, gut geeignet ist z.B. der Bauchnabel. Auch Fotos liefern einen guten Anhaltspunkt, haben aber den Nachteil, dass wir oft beginnen, uns über kleine Details unseres Körpers zu ärgern, die das gar nicht verdient haben.

Wenn nur alle Tipps für gute Laune so einfach wären: Stellt eure Waage in den Keller und lasst euch von ihr nicht eure Laune diktieren, ein bisschen mehr Gelassenheit wird euch gut tun. Nutzt ein Mal im Monat eure „Maß-Hose“ oder ein Maßband, so behaltet ihr ein gutes Gefühl dafür, wie sich Eure Körpermaße verändern und ob ihr vielleicht für einige Zeit mit den Süßigkeiten ein wenig sparsamer umgehen solltet, weil die Maß-Hose spannt! 🙂

 

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